Richtlinien zur Bodensanierung und -überwachung

2.1 Physikalische Eigenschaften

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Im Rahmen der physikalischen Eigenschaften schlagen wir vor, die Schüttdichte und die Aggregatstabilität zu bewerten, da diese die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Böden beeinflussen und durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden können.

Die Bodenbeschaffenheit ist ebenfalls ein wichtiger physikalischer Messwert. Da sie jedoch im Rahmen der Bewirtschaftung nicht variabel ist, lässt sie eher Rückschlüsse auf die Kapazität des Bodens zu als auf seinen Zustand. Daher wird die Bodenbeschaffenheit im Abschnitt „Überwachung“ behandelt.

Schüttdichte, ausgedrückt in mg/cm³, ist ein wichtiger Indikator für Bodenverdichtung und allgemeine Bodengesundheit und beeinflusst die Wasserinfiltration, Wurzelentwicklung und Schätzungen des Kohlenstoffbestands (Lee et al., 2009; Panagos et al., 2024; Vogt et al., 2015). Er misst die Trockenmasse des Bodens pro Volumeneinheit und variiert je nach Bewirtschaftungspraxis (Al-Shammary et al., 2018). Zu den Probenahmemethoden gehören direkte (Kern, Schollen, Aushub) und indirekte (Strahlung, Regression) Ansätze; während indirekte Methoden genauer sind, sind sie auch teurer und erfordern spezielle Fähigkeiten (Vogt et al., 2015). Eine konsistente Probenahme mit fester Tiefe – idealerweise fünf Proben pro Bestand – wird empfohlen, um die Variabilität mit der Tiefe zu berücksichtigen (Cools & De Vos, 2010). Im SUPERB-Projekt wurde die Schüttdichte mit der Kernmethode in 0–5 cm Tiefe (100 cm³ Kopecky-Ring) und mit einem 18-mm-Bohrer in Schichten von 5–15, 15–40 und 40–80 cm Tiefe gemessen (FunDivEUROPE, 2011). Die Proben wurden bei 105 °C im Ofen getrocknet, gewogen und die Schüttdichte als Trockenmasse geteilt durch das Probenvolumen berechnet. 

Zusätzlich Aggregatstabilität ist ein wichtiger Indikator für die Bodengesundheit, da er mit der Erosionsanfälligkeit und der Boden-Wasser-Dynamik zusammenhängt (Rieke et al., 2022). Rieke et al., 2022, bewerteten vier Methoden zur Bestimmung der Aggregatstabilität und kamen zu dem Schluss, dass alle vier Methoden praktikabel sind. Unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz, Methodenzugänglichkeit und Zeiteffizienz bietet der Löschtest, adaptiert von der Smartphone-Bilderkennungssoftware SLAKES, einen praktischen und wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Beurteilung der Aggregatstabilität im Feld. Diese Methode ist auch bevorzugt von der Bodengesundheitsinstitut.