Ein robuster Bewertungsrahmen basiert auf kontrafaktischen Modellen und Referenzzustandsmodellen (RCMs), um die Ergebnisse der Sanierung zu bewerten. Einzelnen Projekten fehlen jedoch häufig die Ressourcen, um diese Standards zu entwickeln. Nationale Regulierungsbehörden und Geldgeber können diesem Problem begegnen, indem sie zentralisierte, langfristige Überwachungsprogramme unterstützen, die Typologien und Referenzwerte festlegen – ähnlich wie die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Dadurch werden die Kosten für einzelne Projekte gesenkt, konsistente Folgenabschätzungen sichergestellt und ein adaptives Management im großen Maßstab ermöglicht.
3.4.1 Regionale Referenzzustandsmodelle
Wie bereits erwähnt, kann der Erfolg eines Renaturierungsprojekts nicht ohne klare Projektziele und klar definierte Bewertungsalternativen erklärt werden. Aufgrund der Notwendigkeit von Kontrasten stellen Ansätze, die ein kontrafaktisches Modell und ein Referenzzustandsmodell (RCM) beinhalten, die zuverlässigste und konsequenteste Methode zur Beurteilung der Auswirkungen dar. Dennoch wird eine nachhaltige Langzeitüberwachung oft als zu kostenintensiv angesehen, sodass die Entwicklung eines Überwachungsplans, der auch ein kontrafaktisches Modell und ein RCM definiert, für die meisten Einzelprojekte kaum praktikabel ist. Daher ist es für nationale Regulierungs- und Fördereinrichtungen, die Renaturierungsprojekte fördern, genehmigen und finanzieren, ein entscheidender Schritt, das erforderliche Monitoring zu unterstützen, um relevante kontrafaktische Standards und Referenzstandards zu etablieren. Diese ermöglichen es zukünftigen Renaturierungsprojekten, zuverlässige Überwachungspläne zu erstellen und ihre Rentabilität zu erhalten. Regulierungsbehörden können darüber hinaus Datenbanken mit standardisierten Protokollen erstellen und pflegen und festlegen, wie Entscheidungen darüber, wo und wie Renaturierungen durchgeführt werden, dokumentiert werden. Diese Datenbanken sollten auch die von finanzierten Renaturierungsprojekten gesammelten Überwachungsdaten speichern und analysieren, um die Gesamtaussagekraft zukünftiger Analysen zu stärken und ein adaptives Management des gesamten Renaturierungsprogramms zu etablieren. In Europa gibt es im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie umfangreiche Erfahrungen mit einem solchen Ansatz. Diese Richtlinie forderte die Erstellung von Flusstypologien auf Grundlage von Gewässermerkmalen und biologischen Gemeinschaften, die einen Zustand ohne anthropogene Einflüsse repräsentieren (z. B. Pont et al. 2006). Eine zentralisierte Überwachung zur Definition von Referenzzuständen würde externen Investoren die Sicherheit geben, dass Renaturierungsprojekte fair bewertet und nach hohen Standards beurteilt werden. Gleichzeitig würde sich der Überwachungsaufwand für jedes einzelne Projekt erheblich reduzieren. Weitere Effizienzsteigerungen zur Unterstützung einer umfassenden Renaturierung