Messung, Berichterstattung und Überprüfung der Waldwiederherstellung

Die Wiederherstellung von Ökosystemen kann die biologische Vielfalt erhöhen, die Ökosystemleistungen, von denen Mensch und Natur abhängen, sichern und zum Klimaschutz beitragen. Ziele wie der Europäische Grüne Deal (2019), die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 (2020), der EU-Plan zur Wiederherstellung der Natur (2019) und die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen (2021–2030) bieten hervorragende Möglichkeiten, die Wiederherstellung von Ökosystemen voranzutreiben und grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Dieses Dokument beschreibt den Rahmen, der im Horizont-Europa-Projekt SUPERB zur Erstellung wirksamer Monitoringpläne zur Unterstützung von Projekten zur Wiederherstellung von Wäldern verwendet wird.

Einführung

Es gibt eine Fülle von Informationen über die Best-Practice-Prinzipien, die bei Design-Restaurierungsprojekten anzuwenden sind (z. B. Evans et al. 2016; Stanturf et al 2017; Blume et al. 2019; Gann et al. 2019; Nelson et al 2024), und allen gemeinsam ist die Betonung der Bedeutung regelmäßiger Überwachung, um Feedback in das Projektmanagement zu geben und die Wirksamkeit von Aktivitäten oder Strategien nachzuweisen. Viele Akteure, die an der großflächigen Wiederherstellung von Ökosystemen interessiert sind, sind sich bereits der UN-REDD+ Programm, das darauf abzielt, Kohlenstoff in Wäldern zu binden und zu speichern. Teilnehmer von REDD+ verpflichten sich zu einem Prozess der Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV), um ihre prognostizierten Auswirkungen zu aktualisieren und zu veröffentlichen. Da neben der Emissionsreduzierung auch Biodiversität und andere Ökosystemeigenschaften eine zunehmend wichtige Rolle bei der Finanzierung von Renaturierungsmaßnahmen spielen werden, ist ein ebenso transparenter und strenger Bewertungsmechanismus erforderlich. Dieser Leitfaden beschreibt daher, wie Nutzer eine adaptive MRV-Berichtsstrategie umsetzen und grundlegende Fragen zu ihrem Projekt beantworten können:

  1. Hat das Wiederherstellungsprojekt das maximale Potenzial für dieses Ökosystem erreicht und entspricht dies den ursprünglich angestrebten Zielen?
    Hätten alternative Wiederherstellungsmethoden und -techniken eingesetzt werden können, um die Erholung des Ökosystems zu verbessern?
    Welche Anpassungen bei Design, Implementierung und Überwachung könnten die Kosteneffizienz verbessern?

Effektives Monitoring-Design (Abschnitt 1) wird anhand relevanter Fortschrittsindikatoren und prognostizierter Ziele ermitteln, wie erfolgreich Projekte zur Erholung von Ökosystemen beitragen. Geeignete Indikatoren werden eng mit den Wiederherstellungszielen verknüpft sein und ein Verständnis der räumlichen und zeitlichen Dimensionen der Ökosystemerholung widerspiegeln (Abschnitt 2). Die gemeinsame Nutzung von Daten und Ergebnissen ist nicht nur ein entscheidender Bestandteil eines adaptiven Managementansatzes, sondern trägt durch die Bereitstellung dieser Daten auch dazu bei, die Kosten von Renaturierungsprojekten insgesamt zu senken (Abschnitt 3). Es ist zwingend erforderlich, dass wir als Nationen und Gemeinschaften rasch handeln, um die Umweltzerstörung einzudämmen. Allerdings gibt es Wissenslücken hinsichtlich der optimalen Strategie. Wir heben drei Punkte hervor (Fortschrittsberichterstattung in frühen Phasen, Prognose des Standortpotenzials und Überwachung der Effizienz), die an der Entwicklung von Projekten interessierte Akteure beachten sollten (Abschnitt 4).

1. Planung und Design

Um den Erfolg von Renaturierungen quantifizieren zu können, müssen explizite, messbare und zeitgebundene Ziele festgelegt und Basiserhebungen sowie kontrafaktische und Referenz-Ökosystemmodelle verwendet werden, um die „Zusätzlichkeit“ und die Annäherung an gewünschte Zustände zu bewerten. Durch den Vergleich mehrerer ökologischer Indikatoren über Renaturierungspfade hinweg – von denen einige schnell, andere langsamer reagieren – können Projekte zuverlässig feststellen, wann die Ergebnisse über den Normalzustand hinausgehen und den Referenzbedingungen entsprechen.

2. Indikatoren für die Wiederherstellung der Wälder

Wir haben für das SUPERB-Renaturierungsprojekt mehrskalige ökologische Referenzmodelle entwickelt, indem wir eine Vielzahl von Ökosystemmerkmalen überwacht haben – vom Vorkommen invasiver Arten und der Bodengesundheit bis hin zur strukturellen Vielfalt (mittels Waldinventuren, Drohnenbildern und Lidar) und Ökosystemfunktionen wie Nährstoffkreislauf und Kohlenstoffspeicherung. Diese standardisierten Langzeituntersuchungen integrieren Artenzusammensetzung, physikalische Bedingungen und Landschaftskonnektivität und liefern so Benchmarks, anhand derer der zukünftige Renaturierungserfolg gemessen werden kann.

3. Berichterstattung und Datenmanagement

Das SUPERB MRV-BES-Framework adaptiert den UN-REDD+ MRV-Ansatz zur Wiederaufforstung, indem es SMART-Basiserhebungen mit einer Reihe von Indikatoren (Vegetation, Bodenkohlenstoff, mikrobielle eDNA, Bioakustik, LiDAR/Multispektral) und Referenzbestandstrajektorien kombiniert, um ökologische Veränderungen effizient zu erkennen. Alle Daten – von professionellen und bürgerwissenschaftlichen Proben bis hin zu Satellitenbildern – werden mit Open-Source-Tools unter strenger Qualitätssicherung und -kontrolle verarbeitet und in einer zentralen Darwin-Core/INSPIRE-kompatiblen Datenbank mit persistenten Kennungen und Creative-Commons-Lizenzen für Transparenz und Wiederverwendung gespeichert.