Die Wiederherstellung von Wäldern ist ein adaptiver Prozess, der darauf abzielt, die ökologische Integrität, die Biodiversität und die Widerstandsfähigkeit geschädigter oder veränderter Waldökosysteme zu verbessern. Sie umfasst ein breites Spektrum an Strategien – von der natürlichen Verjüngung und Anreicherungspflanzungen bis hin zur strukturellen Diversifizierung und Bodensanierung –, die auf die lokalen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Wichtig ist, dass die Wiederherstellung von Wäldern nicht immer strikten Schutz oder die Einstellung der Waldnutzung bedeutet. Viele Wiederherstellungsmaßnahmen können in aktiv bewirtschafteten Wäldern umgesetzt werden, die vielfältige Ökosystemleistungen erbringen, darunter Holz- und Biomasseproduktion. Wiederherstellung kann die Biodiversität, die Anpassung an den Klimawandel und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme auch in multifunktionalen Landschaften verbessern.
Die Wiederherstellung von Wäldern ist keine Universallösung. Sie muss kontextspezifisch erfolgen und ökologische Ziele mit sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Einklang bringen. Anstatt revolutionär zu sein, ist die Wiederherstellung oft transformativ – sie zielt darauf ab, den Zustand der Wälder im Laufe der Zeit zu verbessern, ohne die Lebensgrundlagen derjenigen zu gefährden, die von der Forstwirtschaft abhängig sind.
Da sich Ökosysteme und gesellschaftliche Bedürfnisse weiterentwickeln, muss die Renaturierung als dynamischer und iterativer Prozess verstanden werden. Kontinuierliches Lernen, Monitoring und Anpassung – die Integration ökologischer Wissenschaft mit lokalem Wissen und der Einbindung von Interessengruppen – sind notwendig, um langfristigen Erfolg und Relevanz in verschiedenen Waldtypen und Bewirtschaftungskontexten zu gewährleisten.
Aktive Waldwiederherstellung kombiniert mit unterstützter Migration (Prestoration), d. h. die Verwendung stets der klimatisch am besten geeigneten europäischen Baumarten und -populationen, hat das langfristige Potenzial, die Kohlenstoffbindung im Vergleich zu Wiederherstellungsbemühungen ohne unterstützte Migration deutlich zu verbessern.
SUPERB zielt auf die großflächige Wiederherstellung von Wäldern in Europa ab und kombiniert wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse, um umsetzbare Ergebnisse zu erzielen. Dieses Policy Brief basiert auf den Konzepten dieses Ansatzes und enthält vier Empfehlungen für Änderungen am vorgeschlagenen EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur.
Die in diesem Policy Brief aufgeführten Empfehlungen sind das Ergebnis eines Wissenschaftspolitik-Workshops, der im November 2022 in Brüssel stattfand und von der Exekutivagentur für Forschung der Europäischen Kommission und der GD Forschung und Innovation organisiert wurde. An dem Workshop nahmen die Projektkoordinatoren sowie Vertreter der EEA, der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC), der GD Umwelt, der GD Landwirtschaft, der GD Meeres- und Agrarforschung, der GD Regionale Umwelt und der GD Klima teil.