Bei der Wiederherstellung von Wäldern geht es in der Regel darum, Merkmale und Funktionen wiederherzustellen, die durch Degradierung verloren gegangen sind oder die das Ökosystem in seinem aktuellen Zustand nicht mehr oder unter zukünftigen Bedingungen (Klimawandel, neue Schädlinge und Krankheiten usw.) nur schwer erbringen kann. Wir müssen die Wiederherstellungsziele klar definieren, um die geeignetsten Methoden und die erforderlichen Schritte zu deren Erreichung festzulegen.
Die Ziele der Renaturierung lassen sich anhand der Struktur oder der Funktionen des Ökosystems formulieren. Beispiele für solche Funktionen sind die Bereitstellung von Lebensraum für Wildtiere, die Verbesserung der Wasserqualität, die Kohlenstoffspeicherung oder die Sicherung der Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung. Üblicherweise orientiert sich das Renaturierungsziel an einem Referenzökosystem oder -modell, das den Zustand des Ökosystems ohne Degradierung in Kombination mit dem angestrebten Zustand unter Berücksichtigung der Erwartungen der Eigentümer und der Gesellschaft sowie der Möglichkeiten im Kontext des Klimawandels darstellt. Die Definition der Ziele muss alle relevanten Interessengruppen einbeziehen, um sicherzustellen, dass die Renaturierungsmaßnahmen langfristig sozialverträglich, ökologisch sinnvoll und nachhaltig sind. Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass natürliche Ökosysteme dynamisch sind. Sie verändern sich kontinuierlich als Reaktion auf Schwankungen des Klimas, des Bodens und menschlicher Aktivitäten. Daher sollten die Referenz- oder Zielbedingungen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an veränderte Gegebenheiten angepasst werden.
Sobald ein Referenzwert definiert ist, müssen geeignete Methoden und Ansätze für dessen Erreichung gefunden werden. Die Werkzeuge und Methoden der Waldwiederherstellung stammen häufig aus der Forstwirtschaft, also der Bewirtschaftung von Waldbeständen zur Erreichung spezifischer ökologischer und sozialer Ziele. Die Forstwirtschaft bietet einen praktischen Werkzeugkasten mit Aktivitäten wie der Auswahl geeigneter Baumarten, der Standortvorbereitung, der Förderung der Verjüngung, der Selektion, Ausdünnung und des Rückschnitts von Bäumen sowie der Steuerung der Holznutzung. Diese Methoden können dazu beitragen, einen degradierten Wald in den gewünschten Zustand zu führen. Gleichzeitig greift die Forstwirtschaft auf Erkenntnisse aus anderen Bereichen wie Ökologie, Naturschutzbiologie, Bodenkunde und Klimatologie zurück, um sicherzustellen, dass die Praktiken anpassungsfähig und effektiv bleiben, während sich wissenschaftliche Erkenntnisse weiterentwickeln und sich die Bedingungen verändern. Zur Unterstützung der Anwender steht ein Katalog von Wiederherstellungspraktiken in unserer [Website/Publikation einfügen] zur Verfügung. Wissensdatenbank für Restaurierungspraktiken, die Beispiele, Erkenntnisse und Links zu zusätzlichen Ressourcen bietet (weitere nützliche Materialien finden Sie im Abschnitt „Verwandte Ressourcen“).
Nicht zu vergessen ist schließlich das Monitoring – ein entscheidender Bestandteil jeder Renaturierungsmaßnahme. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen es uns zu beurteilen, ob die umgesetzten Maßnahmen die angestrebten Ziele erreichen. Kontinuierliches Monitoring und rechtzeitige Anpassungen tragen dazu bei, dass die Renaturierungsmaßnahmen wirksam bleiben und sich der Wald schrittweise in Richtung des gewünschten zukünftigen Zustands entwickelt.
Dieses von SUPERB und IUFRO organisierte Webinar bietet einen kritischen Einblick in die aktuelle Bewertung des Lebensraumzustands europäischer Wälder und die Bedeutung nationaler Waldinventuren für die Waldwiederherstellung in Europa. Wir werfen außerdem einen detaillierten Blick auf unsere SUPERB-Demonstrationsgebiete und beleuchten die praktischen Herausforderungen, denen sich die Renaturierungsprojekte dort stellen müssen.
Überblick über Renaturierungsmaßnahmen und Datenbank mit verschiedenen Ressourcen zur Unterstützung von Fachleuten für die Wiederherstellung von Wäldern in ganz Europa. Sie umfasst technische Leitlinien, Lehrbücher sowie wissenschaftliche Artikel und Rezensionen, die Anleitungen zu spezifischen Renaturierungsmaßnahmen bieten.
Eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung erfordert ein Umdenken traditioneller Ansätze, insbesondere unter Berücksichtigung klimawandelbedingter Veränderungen der Standortbedingungen (Standortdrift). Das Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen bietet Waldbesitzern und -praktikern in diesem Zusammenhang Orientierung bei der Anlage und Bewirtschaftung widerstandsfähiger, standortangepasster Mischwaldbestände.