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Planer / Umsetzer

2.8 Gemeinsame Gestaltung/Entwicklung mit Stakeholdern

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Durch die gemeinsame Gestaltung mit verschiedenen Interessengruppen wird Vertrauen aufgebaut, potenzielle Spannungen werden beseitigt, Relevanz sichergestellt und die Wiederherstellung durch geteiltes Wissen und gemeinsames Eigentum gestärkt.

Die gemeinsame Gestaltung und Entwicklung von Sanierungsansätzen und -plänen mit den Beteiligten sollte frühzeitig im Prozess beginnen, damit deren Input, Ideen und Perspektiven in die Strategie einfließen können. Die gemeinsame Gestaltung und Entwicklung sollte kein einmaliger Austausch sein, sondern ein fortlaufender Prozess mit Feedback- und Austauschschleifen, während die Pläne konkreter werden.  

Erfolgreiche Wiederherstellung und Überwachung von Wäldern erfordert die aktive Beteiligung verschiedener Interessengruppen – darunter andere Waldbesitzer, politische Entscheidungsträger, lokale Gemeinden und Wissenschaftler. Die Einbindung dieser Gruppen in den gesamten Wiederherstellungsprozess trägt dazu bei, dass die Ziele kontextspezifisch, operativ umsetzbar und breit unterstützt sind. Zudem bringen die verschiedenen Interessengruppen unterschiedliche Erkenntnisse ein, die die Wiederherstellung unterstützen können. Dieser Prozess schafft zudem Vertrauen, Legitimität und langfristiges Engagement aller Beteiligten und erhöht Transparenz und Rechenschaftspflicht. Ebenso wichtig ist die Etablierung robuster Kommunikationskanäle und des Wissensaustauschs zwischen den Sektoren. Der Austausch von Daten, Erfahrungen und Best Practices fördert die Abstimmung, ermöglicht ein adaptives Management und stellt sicher, dass Wiederherstellungsstrategien sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf lokalem ökologischem Wissen basieren. 

Wenn Sie einen Co-Design-Prozess anstreben, beinhaltet dieser die gemeinsame Entwicklung von Renaturierungszielen, Strategien und Umsetzungsmethoden. Die Beteiligten gestalten nicht nur die technischen Aspekte (z. B. welche Arten gepflanzt oder welche Bereiche priorisiert werden sollen), sondern auch die Governance-Strukturen und Entscheidungsprozesse mit. Dies trägt dazu bei, unterschiedliche Interessen auszugleichen und sicherzustellen, dass die Projektergebnisse den lokalen Bedürfnissen entsprechen (weitere Informationen zu potenziellen Konflikten und Mediationsansätzen finden Sie weiter unten in den entsprechenden Ressourcen).

Der Co-Design-Prozess sollte iterativ sein und regelmäßige Feedbackschleifen beinhalten, die es den Beteiligten ermöglichen, den Fortschritt zu überprüfen, Strategien anzupassen und erfolgreiche Praktiken im Laufe der Zeit zu skalieren. Die Einrichtung einer Co-Creation braucht Zeit und erfordert Vertrauensbildung – unter anderem, damit die Beteiligten das Gefühl haben, dass ihre Worte zählen, dass auch sie aufgeführt werden, dass sie etwas davon haben und am Restaurierungsprozess beteiligt sind.  

Mögliche Formate: 

Feldbesuche: Besuche vor Ort schaffen ein gemeinsames Verständnis der Bedingungen, Herausforderungen und Möglichkeiten des Standorts. Die Anwesenheit vor Ort trägt dazu bei, Diskussionen realistisch zu gestalten, praktische Ideen zu entwickeln und Vertrauen unter den Teilnehmern aufzubauen. Besuche vor Ort können geführte Spaziergänge, Kartierungen vor Ort, die Identifizierung wichtiger Merkmale und offene Diskussionen umfassen. Diese Aktivitäten ermöglichen es den Beteiligten, lokales Wissen einzubringen, mögliche Interventionen zu visualisieren und gemeinsam Sanierungspläne zu entwickeln, die sowohl ökologische Bedürfnisse als auch die Prioritäten der Gemeinschaft berücksichtigen. 

Stakeholder-Workshops: Strukturierte Workshops, die in den wichtigsten Projektphasen (Zielsetzung, Planung, Umsetzung, Überprüfung) organisiert werden, erleichtern den Dialog, die Konsensbildung und die gemeinsame Entscheidungsfindung. 

Partizipative Kartierung und Planung: Tools wie partizipatives Mapping helfen den Beteiligten, Landschaftsgrenzen zu definieren, Prioritäten für die Wiederherstellung zu ermitteln und Interventionen gemeinsam zu planen. 

Gemeinsame Überwachung und Bewertung: Die Stakeholder werden in die Überwachung der Projektergebnisse und die Erfolgsbewertung einbezogen, um sicherzustellen, dass sowohl ökologische als auch soziale Indikatoren berücksichtigt werden. 

Geteilter Besitz: Durch die Einbeziehung der Beteiligten in jeder Phase fördert Co-Design ein Gefühl der Eigenverantwortung und des Engagements und erhöht so die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Verwaltung und Nachhaltigkeit.

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