Bär

Grundbesitzer / Praktiker

3. Lernen aus Restaurierungspraktiken

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Eine erfolgreiche Renaturierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess, der Zeit, Sorgfalt und Flexibilität erfordert. Es geht darum, durch praktische Erfahrung zu lernen und sich über Jahre hinweg zu engagieren. Eine erfolgreiche Renaturierung verbindet ökologisches Wissen mit sozialem und wirtschaftlichem Verständnis – und funktioniert am besten, wenn Landbesitzer, Anwohner und die lokale Bevölkerung mitwirken. Jeder Standort ist anders, daher ist nicht jede Methode, die an einem Ort funktioniert, auch an einem anderen anwendbar. Durch den Austausch von Erfahrungen und das Lernen von anderen finden Sie heraus, was am besten zu Ihrem Land passt. Renaturierung ist zudem eine hervorragende Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu treten, Ideen auszutauschen und Ihren Wald in ein größeres Gefüge einzubinden. Scheuen Sie sich nicht vor Versuch und Irrtum – jeder Schritt lehrt Sie etwas Neues.

Die Wiederherstellung eines Waldes ist kein Prozess, der über Nacht geschieht – es ist eine langfristige Reise, die Geduld, sorgsames Handeln und Neugier erfordert. Jedes Waldstück ist einzigartig, daher gibt es kein Patentrezept für eine erfolgreiche Wiederherstellung. 

Aus den vergangenen Jahrzehnten, ja Jahrhunderten, wissen wir, dass das, was in einem Wald gut funktioniert, in einem anderen völlig anders anzugehen sein kann. Natürlich braucht die Wiederherstellung finanzielle Mittel und politische Unterstützung, aber noch wichtiger sind Sie als Praktiker und Waldbesitzer, die ihr Land kennen und neugierig sind, dazuzulernen. Diejenigen, die sich mit anderen austauschen, Ideen teilen und offen dafür sind, aus Erfolgen wie aus Misserfolgen zu lernen, bewirken den größten Unterschied. Deshalb geht es bei der Wiederherstellung darum, durch praktisches Handeln zu lernen, sich im Laufe der Zeit anzupassen und sich Zeit zu nehmen, um zu verstehen, wie Ihr Wald auf Veränderungen reagiert. 

Eine gelungene Renaturierung bedeutet, über die Bäume hinauszudenken. Es geht darum, wie sich der Wald in die Landschaft einfügt – wie Wildtiere, Wasser, Boden und Menschen interagieren – und wie unsere heutigen Entscheidungen das Land für zukünftige Generationen prägen. Bürgerbeteiligung beginnt oft ganz einfach: mit Gesprächen mit benachbarten Landbesitzern, Jägern oder Experten. Renaturierung ist eher ein Marathon als ein Sprint und gestaltet sich leichter und angenehmer, wenn man Unterstützung sucht und gemeinsam handelt. Wenn Landbesitzer, Nachbarn und lokale Gruppen ihre Ideen und Erfahrungen austauschen, werden Projekte wirkungsvoller und lohnender für alle Beteiligten. 

Aus mitunter schmerzhaften Erfahrungen bei früheren Restaurierungsprojekten haben wir gelernt, dass nicht alles auf Anhieb perfekt sein muss. Restaurierung bedeutet oft Ausprobieren und Fehler machen – und das ist völlig normal. Jeder Versuch liefert wertvolle Erkenntnisse, die den nächsten Schritt effektiver gestalten. Nehmen Sie sich Zeit, andere Standorte zu besuchen, mit Experten zu sprechen und Ihre Erkenntnisse zu teilen – auch andere werden davon profitieren. Um Ihnen zu helfen, aus vergangenen oder laufenden Restaurierungsprojekten zu lernen, beschreiben wir in den folgenden Abschnitten einige wichtige Ressourcen des Projekts SUPERB und der breiteren Restaurierungsgemeinschaft.

3.1 Lehren aus den SUPERB-Demos

Im Rahmen des Projekts SUPERB wurden in zwölf Ländern zwölf großflächige Renaturierungsdemonstrationsflächen eingerichtet, um verschiedene Renaturierungsansätze zu erproben. Während des Renaturierungsprozesses sammelten die Demonstrationsflächen wichtige Erkenntnisse und wertvolle Erfahrungen zu allen Aspekten des Prozesses – von der Einbindung von Interessengruppen über die Renaturierungsmethoden und die Steuerung bis hin zur Ausweitung der Maßnahmen. Einige dieser Erkenntnisse sind europaweit relevant, andere eher regional oder sogar lokal anwendbar. Sie stellen wichtige Erkenntnisse für zukünftige Waldrenaturierungsmaßnahmen dar.

3.2 Bewährte Verfahren der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen

Um das Lernen und den Wissensaustausch unter Fachleuten im Bereich der Renaturierung zu fördern, stellt die UN-Dekade zur Ökosystemwiederherstellung bewährte Verfahren auf der FERM-Plattform (Rahmenwerk für die Überwachung der Ökosystemwiederherstellung) zur Verfügung. Eine globale Suchmaschine ermöglicht den Zugriff auf Verfahren aus dem Forest Knowledge Gateway, dem FERM-Register, LIFE GoProFor, Panorama und WOCAT.