Naturmärkte, darunter Kohlenstoff- und Biodiversitätsmärkte, bieten vielversprechende Möglichkeiten zur Finanzierung von Ökosystemwiederherstellungsprojekten in ganz Europa. Regulierte Kohlenstoffmärkte werden größtenteils durch staatliche Vorgaben bestimmt. Im Gegensatz dazu wachsen freiwillige Märkte für Kohlenstoff und Biodiversität stetig, da immer mehr Unternehmen in diese investieren. Diese Märkte bieten Ihnen die Möglichkeit, sich an groß angelegten Waldwiederherstellungs- und Naturschutzprojekten zu beteiligen, positive Auswirkungen auf die Natur zu erzielen und nachhaltige ökologische Vorteile zu schaffen.
Hier zeigen wir, wie bestehende Mechanismen private Investitionen in den Naturschutz anziehen können und heben Möglichkeiten hervor, diese Bemühungen in ganz Europa auszuweiten. Außerdem bieten wir Einblicke, die Ihnen helfen, sich effektiv auf den Märkten für Biodiversität und Kohlenstoff zu bewegen.
Wälder werden für die EU von entscheidender Bedeutung sein, um ihr ehrgeiziges Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Europäische Kommission strebt an, dass Wälder und andere landgestützte CO2-Speicherung bis 2030 310 Mt/Jahr erreichen, gegenüber 225 Mt/Jahr bei unverändertem Szenario. Sogenannte „Carbon-Farming“-Strategien, d. h. die Erhöhung der CO2-Speicherung (und teilweise anderer Ökosystemleistungen) in Nutzpflanzen, Wäldern und Böden, sind hier wichtige Instrumente, werden aber in der Regel nur mit zusätzlichen Managementkosten rentabel (Chiti et al., 2024).
Der Begriff „Biodiversitätsgutschriften“ wird seit den 1990er Jahren verwendet, um eine Untergruppe von Biodiversitätskompensationen (vgl. Abschnitt 2.3) zu bezeichnen, die auf einem Markt gehandelt werden. Doch seit kurzem ist eine neue Art der Nachfrage nach nichtkompensierenden Biodiversitätsgutschriften entstanden – gefordert auf der CBD COP15 und eingeführt auf der COP16: Diese Gutschriften würden nicht direkt mit einem Verlust der Biodiversität an anderer Stelle in Verbindung gebracht, sondern von Unternehmen erworben, die positive Auswirkungen auf die Natur erzielen möchten. So ist ein innovatives freiwilliges, nichtkompensierendes Marktsegment entstanden, das über die (oft gesetzlich vorgeschriebenen) Biodiversitätskompensationen hinausgeht.