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4.1 Überwachung, Berichterstattung, Verifizierung

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Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) ist ein strukturierter Ansatz zur Fortschrittskontrolle, Sicherstellung der Rechenschaftspflicht und Bewertung der Auswirkungen von Maßnahmen. Er bildet die Grundlage für die Berichterstattung im UN-REDD+-Programm. Da Regierungen und Verantwortliche in jüngster Zeit die Vorteile des Waldschutzes über die Kohlenstoffspeicherung in Wäldern hinaus berücksichtigen wollen, wurden die für die MRV-Berichterstattung relevanten Merkmale um verschiedene Indikatoren für Biodiversität und Ökosystemleistungen (BES) erweitert.

Im Rahmen der Waldwiederherstellung helfen MRV-Rahmenwerke den Beteiligten festzustellen, ob geplante Maßnahmen im Laufe der Zeit messbare ökologische Vorteile bringen, die Ergebnisse mit Referenzbedingungen zu vergleichen und notwendige Anpassungen im Management zu identifizieren. Eine effektive MRV beginnt mit der Erhebung von Basisdaten, die vor Beginn jeglicher Wiederherstellungsmaßnahmen durchgeführt werden. Basisuntersuchungen erfassen den Ausgangszustand degradierter, sich wiederherstellender und vollständig wiederhergestellter Referenzökosysteme. Sie liefern somit wichtige Referenzpunkte zur Bewertung der durch Wiederherstellungsmaßnahmen erzielten ökologischen Verbesserungen.

In unserem entwickelten MRV-BES-System verläuft der Arbeitsablauf systematisch. Zunächst einigen wir uns auf klare ökologische Ziele, die explizit, messbar, erreichbar und zeitgebunden sind. Anschließend wählen wir eine gezielte Auswahl aussagekräftiger und gleichzeitig praxisnaher ökologischer Indikatoren aus. Diese umfassen typischerweise die Vegetationsdiversität, den Bodenkohlenstoffgehalt und mikrobielle Gemeinschaften, Umwelt-DNA (eDNA), bioakustisches Monitoring sowie Fernerkundungsmethoden wie LiDAR und multispektrale Bildgebung. Um ökologische Veränderungen infolge von Renaturierungsmaßnahmen präzise zu erfassen, haben wir ein Monitoring-System für Bestände unterschiedlichen Alters oder Renaturierungsstadiums eingerichtet, um die Trajektorie des Referenzmodells zu definieren. Ähnlich wie bei Basisuntersuchungen trägt das Monitoring von Referenzbeständen dazu bei, die Effizienz der Probenahme für zukünftige Renaturierungsprojekte zu optimieren und eine ausreichende statistische Aussagekraft zur Fortschrittserkennung bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Kosten zu gewährleisten. Für die Datenerhebung empfehlen wir eine Kombination aus professionellen Erhebungen und Citizen-Science-Ansätzen, kostengünstigen Sensoren und frei verfügbaren Satellitenbildern (z. B. Copernicus). Open-Source-Skript-basierte Tools können verwendet werden, um Unsicherheiten zu quantifizieren und Ergebnisse mit etablierten Benchmarks (Kontrafakt- und Referenzzustandsmodellen) zu vergleichen. Die erhobenen Daten sollten strengen Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollverfahren unterzogen werden. Sie sollten in einer zentralen Datenbank gemäß Standards wie Darwin-Core und INSPIRE gespeichert werden, mit persistenten Identifikatoren und Creative-Commons-Lizenzen, um Transparenz und die Wiederverwendung der Daten zu gewährleisten. 

Berichterstattung und Kommunikation 

Berichterstattung und Kommunikation sind zentral für MRV-BES. Ergebnisse können mithilfe leicht zugänglicher Tools zusammengefasst und visualisiert werden, insbesondere mit dem Tool der Society for Ecological Restoration. "Erholungsrad" Dadurch können Akteure wie Landbesitzer, politische Entscheidungsträger, Investoren und lokale Gemeinschaften ökologische Fortschritte intuitiv erfassen. Solche Visualisierungen unterstützen ein adaptives Management und ermöglichen ein schnelles Eingreifen, wenn ökologische Indikatoren von den erwarteten Entwicklungen abweichen.

Der MRV-BES-Ansatz orientiert sich an internationalen Richtlinien wie REDD+ und dem Pariser Abkommen (internationale MRV-Standards) und legt Wert auf Transparenz und Rechenschaftspflicht. Dieser strukturierte MRV-Prozess bewertet systematisch die ökologische Integrität, die Lebensraumqualität und die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems und wandelt ehrgeizige Wiederherstellungsziele in nachweisbare Ergebnisse im Bereich der Biodiversität und der Ökosystemleistungen um.

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