Bei der kontinuierlichen Einbindung, dem Informationsaustausch und dem Aufbau einer Community in Restaurierungsprojekten geht es darum, während des gesamten Lebenszyklus eines Projekts starke Beziehungen, Transparenz und gemeinsames Eigentum aufrechtzuerhalten.
Kontinuierliches Engagement kann durch regelmäßige Treffen und Besuche vor Ort erfolgen. Sie können saisonale oder vierteljährliche Treffen vor Ort organisieren, um Fortschritte, Herausforderungen und nächste Schritte zu besprechen. Alternativ können Sie gemeinschaftliche oder multidisziplinäre Beratungsgremien einrichten, die regelmäßig tagen und die Umsetzung begleiten. Darüber hinaus können lokale Stakeholder, die für die Teilnahme am Biodiversitäts- oder Kohlenstoffmonitoring geschult werden, zum Erfolg des Projekts beitragen.
Gemeinschaftsbildung stärkt die lokale Identität und die langfristige Unterstützung der Restaurierung. Praktische Strategien können Gemeinschaftsveranstaltungen sein, wie Baumpflanztage, Restaurierungsfestivals oder Citizen-Science-Wochenenden zur Feier von Meilensteinen. Eine weitere Option sind Jugend- und Schulprogramme: Indem Sie die nächste Generation durch Bildungsaktivitäten, Schulgärten oder Junior-Ranger-Programme einbinden, fördern Sie langfristiges Engagement und Unterstützung. Achten Sie darauf, lokale Traditionen, Werte und Wissenssysteme in die Restaurierungsziele und -botschaften einzubeziehen.
Schließlich ist der Informationsaustausch entscheidend, um Transparenz, Vertrauen und Zugang zu Wissen zu gewährleisten. Praktische Strategien sind Websites, Newsletter und soziale Medien, um verschiedene Interessengruppen (Landbesitzer, Jugendliche, NGOs, politische Entscheidungsträger) allgemeiner oder gezielter über Neuigkeiten zu informieren. Darüber hinaus können Sie persönliche Geschichten von Restaurierungsexperten und lokalen Stimmen teilen.
Auf unserem Demonstrationsgelände in Thy, Dänemark, beteiligten sich Schüler der Billede School am SUPERB-Projekt und sammelten praktische Erfahrungen in der Naturwiederherstellung. Unter der Leitung von Experten der dänischen Naturschutzbehörde (Naturstyrelsen) lernten die Schüler nicht nur im Klassenzimmer etwas über Biodiversität – sie wagten sich in den Wald, packten selbst mit an und halfen bei der Schaffung von Mikrohabitaten.
Im Januar 2025 organisierten die italienischen SUPERB-Demonstrationspartner und EFI gemeinsam mit dem Fachbereich Dichteplanung des Politecnico di Milano einen Workshop zur Bürgerbeteiligung, um die öffentliche Wahrnehmung der Wiederherstellung urbaner Natur in Mailand zu untersuchen. Die Analyse von Kommentaren in sozialen Medien zeigte, dass die Bedenken der Anwohner häufig eher auf praktischen städtischen Problemen als auf einer Ablehnung der Natur beruhen. Eine effektive Bürgerbeteiligung erfordert aktives Zuhören, das Aufgreifen alltäglicher Sorgen und eine auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnittene Kommunikation.
Eine 85-jährige Frau in Schweden erhielt persönlichen Besuch von einem Mitglied des SUPERB-Teams, um an einer Umfrage zur Waldwahrnehmung teilzunehmen. Bei Kaffee und Geschichten erzählte sie von ihren lebenslangen Walderfahrungen, von der Bewirtschaftung geerbten Landes bis hin zum Genuss der heimischen Wälder. Ihre Einblicke verdeutlichten die tiefe, persönliche Verbundenheit, die Menschen über Generationen hinweg mit Wäldern pflegen.
In Nordrhein-Westfalen, wo Wälder nach Schädlingsbefall stark absterben, befindet sich die Wiederherstellung noch in einem frühen Stadium. Während eines SUPERB-Demo-Besuchs vor Ort in der Nähe von Arnsberg nahmen über 15 Interessenvertreter an einem öffentlichen Workshop teil, um über die Widerstandsfähigkeit der Wälder, Artenauswahl, Jagd, Totholz und die Herausforderungen der sozial-ökologischen Wiederherstellung zu diskutieren.
Der Workshop „Menschen in die Ökosystemwiederherstellung in Europa einbeziehen“ brachte Experten zusammen, um die Einbindung von Interessengruppen zu verbessern. Herausforderungen wie fehlende Finanzierung und mangelndes lokales Engagement wurden thematisiert, doch kreative Ansätze mithilfe von Kunst trugen dazu bei, die emotionale Verbindung der Menschen zu den Landschaften wiederherzustellen. Die Veranstaltung unterstrich, dass eine sinnvolle, frühzeitige und offene Einbindung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Wiederherstellung ist.
Die Wissenschaft ist für die Wiederherstellung von Wäldern unerlässlich, doch nachhaltige Veränderungen brauchen auch eindrucksvolle Geschichten. SUPERB strebt einen Systemwandel an, indem es Wälder wiederherstellt und die Wertschätzung der Gemeinschaften für sie verändert. Geschichten, ob auf YouTube oder lokal geteilt, prägen die Wahrnehmung, inspirieren zum Handeln und verbinden Menschen mit den Wäldern. So fördern sie neben wissenschaftlichen Bemühungen tiefgreifende kulturelle und zwischenmenschliche Veränderungen.
„Forest Storytelling and Engagement for Change“ bietet eine Reihe praktischer Tools und Ausgangspunkte, um diejenigen, die mit Wäldern leben und arbeiten, dabei zu unterstützen, herauszufinden, welche Arten von Geschichten erzählt werden, und herauszufinden, wie man Geschichten erzählt, die einen Unterschied machen können.
Im dritten der SUPERB/IUFRO „Monatlichen Waldwiederherstellungsgespräche“, das im Januar 2023 stattfand, erörterte Markus Höhl, technischer Projektmanager bei der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), wie die Versprechen der lokalen Gemeinschaften zur Wiederherstellung der Waldlandschaft erfüllt werden können.
Diese Studie untersucht, wie Menschen in verschiedenen europäischen Regionen Wälder und deren Wiederaufforstung wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen. Anhand von Interviews in Schweden, Schottland, Deutschland, Serbien/Kroatien und Spanien werden unterschiedliche Sichtweisen auf Wälder aufgezeigt. Die Studie belegt, dass sich frühere Wiederaufforstungsmaßnahmen hauptsächlich auf Biodiversität und Gefahrenabwehr konzentrierten und andere Vorteile vernachlässigten. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer inklusiven Wiederaufforstung, die die Werte und gesellschaftlichen Einstellungen der jeweiligen Gemeinschaften widerspiegelt.