Eine umfassende Analyse der Praktiken zur Wiederaufforstung in ganz Europa
Die Ausweitung der Ökosystemrestaurierung ist der Schlüssel zur Umkehrung der Bodendegradation und des Biodiversitätsverlusts – doch die tatsächlichen Bemühungen stehen vor großen Hürden. Diese Studie in 31 europäischen Ländern zeigt, wie Praktiker mit ökologischen, sozialen und politischen Herausforderungen umgehen, und unterstreicht die Notwendigkeit ganzheitlicher Ansätze und einer besseren Überwachung, um den Erfolg der Revitalisierung sicherzustellen.
Die Ausweitung der Ökosystemrestaurierung ist unerlässlich, um Landdegradation und Biodiversitätsverlust zu stoppen und umzukehren sowie zukünftige Funktionalität und Widerstandsfähigkeit zu sichern. Die Umsetzung konkreter Renaturierungsinitiativen birgt jedoch viele Herausforderungen, wie z. B. die Festlegung angemessener und realistischer Ziele, die Auswahl bzw. Entwicklung der wirksamsten und effizientesten Renaturierungspraktiken sowie eine effektive kurz- und langfristige Erfolgskontrolle. Darüber hinaus mangelt es an Informationen, die die Umsetzung effektiver Renaturierungsmaßnahmen erleichtern. Um diese Wissenslücke zu schließen, haben wir mithilfe einer breit angelegten Online-Umfrage Informationen zu den ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen gesammelt, mit denen Renaturierungspraktiker in ganz Europa konfrontiert sind.
Anhand von 398 Antworten von Praktikern aus 31 Ländern haben wir untersucht, inwiefern praktische und wissenschaftliche Erkenntnisse integraler Bestandteil von Renaturierungsinitiativen sind. Mehr als 40 % der Befragten aus Renaturierungsprojekten konzentrierten sich auf die Erhöhung der Population von Arten (Pflanzenarten) und die Förderung ihrer Regeneration. In der großen Vielfalt der Antworten kristallisierten sich zwei gemeinsame Elemente heraus: 1) die vorherrschende Überzeugung, dass Renaturierung mehrere ökologische Aspekte gleichzeitig verbessert, und folglich 2) die Bedeutung der Entwicklung von Überwachungsrahmen, die die Effektivität von Renaturierungen ganzheitlich bewerten, da es schwierig ist, einen einzigen, ausschließlichen Indikator für den Erfolg von Renaturierungen zu definieren, da dies die Ergebnisse in komplexen Ökosystemen zu stark vereinfachen könnte. Darüber hinaus betonten die Befragten, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz für die Renaturierungsplanung ist, der nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch soziale, wirtschaftliche und politische Dimensionen umfasst. Die Erkenntnisse aus der Analyse dieser Umfrage bieten zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über die Ökosysteme und Renaturierungsmaßnahmen, die in europäischen Ländern Priorität haben, sowie eine Bewertung durch die beteiligten Interessengruppen.