Untersuchungsgebiet
Wenn Ackerland aufgegeben wird, können Wälder auf natürliche Weise nachwachsen. Dieser Prozess kann zur Kohlenstoffspeicherung beitragen und den Klimawandel bekämpfen, wirkt sich aber nicht immer gleichermaßen positiv auf die Biodiversität aus. Diese Studie untersuchte 16 Standorte in ganz Italien und verfolgte die Umwandlung von Grasland in Wald über einen Zeitraum von etwa 75 Jahren.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Kohlenstoffspeicherung mit der Zeit zunimmt, hauptsächlich weil wachsende Bäume mehr Kohlenstoff speichern. Der Kohlenstoffgehalt im Boden folgt jedoch keinem eindeutigen Muster. Gleichzeitig ist die Pflanzenvielfalt in offenen Gebieten wie Wiesen und in frühen Wachstumsstadien von Wäldern am höchsten, nimmt aber in der Regel ab, wenn Wälder dichter und beschattet werden. Dies führt zu einem Zielkonflikt: Mehr Kohlenstoffspeicherung bedeutet oft weniger Pflanzenarten.
In einem südlichen Untersuchungsgebiet erholte sich die Pflanzenvielfalt in älteren Wäldern teilweise, was darauf hindeutet, dass sich unter bestimmten Bedingungen sowohl die Kohlenstoffspeicherung als auch die Biodiversität gleichzeitig verbessern können. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass die natürliche Wiederbewaldung zwar förderlich für die Klimaziele ist, jedoch ein sorgfältiges Management erforderlich ist, um auch die Pflanzenvielfalt zu erhalten.
Wenn landwirtschaftliche Flächen brachliegen, regenerieren sich Wälder oft auf natürliche Weise. Dieser Prozess, die sogenannte natürliche Wiederaufforstung, ist in Europa immer häufiger anzutreffen und kann zur Kohlenstoffspeicherung beitragen, was für die Eindämmung des Klimawandels wichtig ist. Gleichzeitig kann er die Biodiversität beeinträchtigen, insbesondere Pflanzenarten, die in offenen Landschaften gedeihen.
Diese Studie untersuchte 16 Chronosequenzen in ganz Italien, die verschiedene Stadien der Landregeneration über einen Zeitraum von etwa 75 Jahren repräsentieren – von Grasland bis hin zu alten Wäldern. Die Standorte verteilten sich auf alpine, kontinentale und mediterrane Regionen. Die Forscher maßen den in Vegetation, Totholz und Boden gespeicherten Kohlenstoff und erfassten zudem die Diversität krautiger Pflanzen.
Die Ergebnisse zeigten, dass der gesamte Kohlenstoffgehalt des Ökosystems mit der Entwicklung der Wälder stetig zunahm. Dies war hauptsächlich auf das Wachstum der Bäume zurückzuführen, die im Laufe der Zeit zum dominierenden Kohlenstoffspeicher wurden. Im Gegensatz dazu zeigte der Kohlenstoffgehalt im Boden kein eindeutiges Muster und variierte je nach lokalen Gegebenheiten.
Die Pflanzendiversität folgte einem anderen Trend. Die Artenvielfalt krautiger Pflanzen war in offenen Habitaten wie Wiesen und Weiden oder in frühen Stadien der Waldverjüngung am höchsten. Mit zunehmender Walddichte und geschlossenem Kronendach nahm die Lichtverfügbarkeit ab, was an den meisten Standorten zu einem Rückgang dieser Pflanzenarten führte. Dies schuf einen deutlichen Zielkonflikt: Gebiete mit höherer Kohlenstoffspeicherung wiesen tendenziell eine geringere Vielfalt krautiger Pflanzen auf.
Dieses Muster war jedoch nicht überall gleich. Am südlichsten Standort (Basilicata) zeigte die Pflanzendiversität einen U-förmigen Verlauf: Sie nahm zunächst ab, erholte sich aber in späteren Stadien der Waldentwicklung teilweise. Dies deutet darauf hin, dass sich unter bestimmten Umweltbedingungen sowohl die Kohlenstoffspeicherung als auch die Biodiversität gemeinsam verbessern können, auch wenn die Diversität möglicherweise nicht vollständig zu ihrem ursprünglichen Niveau zurückkehrt.
Die Studie zeigt insgesamt, dass die natürliche Ausbreitung von Wäldern zwar die Kohlenstoffbindung fördert, aber die Pflanzenvielfalt, insbesondere kurz- bis mittelfristig, verringern kann. Diese Zielkonflikte sind für die Landnutzungsplanung und die Umweltpolitik von Bedeutung. In manchen Fällen können sie sich jedoch mit der Zeit abschwächen und so Möglichkeiten eröffnen, Klimaschutz- und Biodiversitätsziele in Einklang zu bringen.