Bienenwege für bestäubende Insekten

Steigerung der Artenvielfalt und Bereicherung der Landschaft

Gute Praktiken

03. September 2025
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Beeway in der Nähe eines Waldes

Die Anlage von Netzen aus blühenden Streifen, bestehend aus krautigen Pflanzen und Zwiebelgewächsen, darunter ein- und mehrjährige Arten, kann das Überleben und die Verbreitung bestäubender Insekten fördern, die lokale Biodiversität erhöhen und die Landschaftsvielfalt bereichern. Diese blühenden Streifen erbringen wichtige Ökosystemleistungen, indem sie von Frühling bis Herbst Schutz, Nahrung und Brutplätze bieten. Solche „Bienenwege“ lassen sich strategisch in Stadtlandschaften integrieren, entlang von Fuß- und Radwegen oder in Verbindung mit Baumpflanzprojekten.

Hintergrund:

Bienenwege sollten in städtischen und stadtnahen Gebieten verankert werden, wo der Verlust natürlicher Lebensräume, die zunehmende Begrünung und intensive Pflegemaßnahmen das Vorkommen und Überleben von Bestäubern drastisch reduziert haben. Als wichtige Elemente der grünen Infrastruktur sollen Bienenwege lebenswichtige Lebensräume für Nützlinge wiederherstellen und gleichzeitig vielfältige Vorteile für Wildtiere und Menschen bieten.

Problembeschreibung:

In den letzten Jahren ist die Zahl bestäubender Insekten aufgrund von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und Klimawandel deutlich zurückgegangen. In Städten verschärft der Mangel an Blütenlebensräumen und die Zersplitterung von Grünflächen die Situation. Bienenwege bieten eine konkrete Lösung: Sie sind pflegeleicht, haben eine hohe ökologische Wirkung und schaffen zusammenhängende, funktionale Lebensräume. Zudem fördern sie das öffentliche Bewusstsein, werten das Stadtbild auf und stärken die Widerstandsfähigkeit von Städten.

Implementierungsschritte:

Die Methodik für die Gestaltung von Beeways basiert auf einem kombinierten Ansatz aus ökologischem Design und nachhaltigem Management urbaner Grünflächen. Das Projekt beginnt mit der Auswahl krautiger, insektenbestäubter Arten (einjährige, mehrjährige und mehrjährige Zwiebelpflanzen). Die Auswahl erfolgt nach Blütezeit, ökologischer Verträglichkeit mit dem lokalen Umfeld und der Fähigkeit, verschiedene Bestäuberarten anzulocken. Insbesondere die Verwendung mehrjähriger Zwiebelpflanzen hat sich als sehr effektiv erwiesen, um eine frühe und stabile Blüte über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten und so das Zeitfenster für die Verfügbarkeit von Nektar und Pollen während der Vegetationsperiode zu verlängern. Die eigentliche Vorbereitung erfolgt durch die Identifizierung strategischer Bereiche in Stadtparks oder entlang von Rad- und Fußwegen, wo Beeways sowohl den ökologischen als auch den ästhetischen Wert maximieren kann. Die Vorbereitungsarbeiten umfassen die Bodenbearbeitung, die Aussaat und die Erstellung eines pflegeleichten Pflegeplans, der die natürlichen Zyklen von Pflanzen und Insekten berücksichtigt.

Stakeholder-Engagement:

Die Bewirtschaftung von Bienenwegen kann Schulen, Umweltverbände und ehrenamtliche Bürger in den Phasen Aussaat, Umpflanzen und/oder Überwachung einbeziehen. Die Beteiligung der Gemeinschaft stärkt das Umweltbewusstsein und das Zugehörigkeitsgefühl zum jeweiligen Gebiet. Öffentliche Verwaltungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Förderung und Verbesserung dieser grünen Infrastruktur.

Wissenstypen:

Die Methode integriert wissenschaftliche Erkenntnisse (Botanik, Ökologie, Entomologie), landwirtschaftliche Praktiken (Bodenbearbeitung, Aussaat) und lokales Wissen (einheimische Arten, Phänologie, traditionelle Pflanzennutzung). Dieser interdisziplinäre Ansatz erhöht die Reproduzierbarkeit und Effektivität.

Reproduzierbarkeit:

JA, die Methode wurde in verschiedenen Kontexten und Größenordnungen getestet und repliziert und kann daher problemlos auf andere Initiativen mit ähnlichen Zielen übertragen und/oder angepasst werden.

Das Verfahren wurde in verschiedenen Kontexten und Größenordnungen erprobt und repliziert. Es lässt sich auf andere Initiativen mit ähnlichen Zielen übertragen und/oder anpassen. Bienenwege wurden erfolgreich in Stadtparks sowie in landwirtschaftlichen und forstlichen Gebieten getestet und zeigten dabei eine gute Anpassungsfähigkeit und hohe ökologische Wirksamkeit, selbst in unterschiedlichen Kontexten.

Schlüsselfaktoren für den Erfolg:

Die Einrichtung von Beeways bietet Vorteile in vielen Bereichen. Aus ökologischer Sicht trägt sie zur Erhöhung der urbanen Biodiversität sowie zur Verfügbarkeit von Lebensräumen und Ressourcen für Bestäuber bei. Die Verwendung mehrjähriger Zwiebelgewächse gewährleistet eine kontinuierliche Blüte das ganze Jahr über und bietet so zahlreichen Bestäuberarten auch in kritischen Perioden Unterstützung.

Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind bedeutend: Die saisonale Blütenpracht steigert die ästhetische Qualität öffentlicher Räume und lässt sie einladender und lebendiger wirken, insbesondere in stark urbanisierten Gebieten. Im Gegensatz dazu sind junge Setzlinge in ihrer Jugendphase, vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung, kaum sichtbar und erfüllen eine eher begrenzte landschaftliche Funktion. Beeways können die öffentliche Wahrnehmung und den ästhetischen Wert dieser jungen Wälder verbessern, indem sie für eine farbenfrohere Umgebung und verlängerte Blütezeiten sorgen. 

Aus pädagogischer und sozialer Sicht fördern Bienenwege die aktive Auseinandersetzung mit Umweltthemen und das Bewusstsein dafür, schaffen Möglichkeiten zum Lernen im Freien und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Hinzu kommen ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen: Durch die Förderung der Bestäubung und der biologischen Schädlingsbekämpfung generieren Bienenwege indirekte Vorteile für Landwirtschaft und Umwelt und reduzieren so den Bedarf an technischen Eingriffen.

Allgemeine Einschränkungen:

Technische Herausforderungen
Ansiedlung und Pflege von Pflanzen: In manchen Gebieten wachsen Pflanzenarten ungleichmäßig an, was zu Lücken oder Problemen mit Unkraut führen kann. Dieses Problem lässt sich durch eine gezieltere Artenauswahl, die Anpassung der Pflanztechniken an die lokalen Gegebenheiten und gezielte Pflegeprogramme durch geschultes Personal beheben.

Wirtschaftliche Herausforderungen
Kosten für Management und spezielle Instandhaltung: Bienenwege erfordern regelmäßige Eingriffe und geschultes Personal, was im Vergleich zu herkömmlichen Grünflächen zusätzliche Kosten verursachen kann. Kostenreduzierungen lassen sich durch effiziente Planung, die Einbindung von Freiwilligen sowie durch öffentliche und private Sponsoren erreichen.

Gesellschaftliche Herausforderungen
Öffentliche Wahrnehmung und Vandalismus: Wildblumenwiesen können verwildert wirken und Beschwerden hervorrufen. Sensibilisierungskampagnen und Aufklärungsarbeit über die Rolle von Bestäubern können dieses Problem verringern.

Umweltprobleme
Störungen von Bestäuberlebensräumen: Menschliche Aktivitäten wie Betreten oder unsachgemäßes Mähen können die ökologische Wirksamkeit von Beeways beeinträchtigen. Diese Herausforderung lässt sich durch die Installation von Schutzvorrichtungen, die Auswahl strategischer Routen und die Überwachung von Insektenpopulationen bewältigen.

Stunden gelernt:

Die im Rahmen der Studie „Entwicklung innovativer Mechanismen zur Planung, Umsetzung, Stärkung und zum Management grüner Infrastruktur in (peri)urbanen Gebieten durchgeführte Analyse lieferte wichtige Erkenntnisse. Es zeigte sich, dass nahezu alle angepflanzten Arten Bestäuber verschiedenster Arten anlocken, nicht nur Bienen. Trotz ihrer geringen Größe erweisen sich die Beeways als äußerst effektiv, um eine vergleichbare Bestäuberpopulation wie deutlich größere Flächen anzulocken. Dies belegt den Wert und die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

Positive Auswirkungen:

  • Verbesserte Konfliktminderung
  • Verbesserter Freizeitwert
  • Verbesserte landschaftliche Schönheit
  • Verbesserte gesellschaftliche Unterstützung

Wissenschaftliche Validierung
Zahlreiche Studien belegen die positive Rolle von Bienenkorridoren für den Schutz von Bestäubern, die Steigerung der Biodiversität und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen in Landwirtschaft und Stadtgebieten. Zu den Quellen zählen europäische Richtlinien und wissenschaftliche Publikationen zu Bestäuberstreifen, Wildblumenwiesen und Bienenkorridoren.

Bestätigung durch Experten oder Institutionen

Eine Studie der Universität Mailand-Bicocca im Parco Nord Milano hat die eindeutig positiven Auswirkungen von Bienenweiden hervorgehoben. Trotz der relativ kleinen Fläche zeigen die Daten, dass Bienenweiden eine vergleichbare Bestäubervielfalt und -häufigkeit aufweisen wie die Waldgebiete des Parks. Dies beweist, dass selbst kleine Blütenflächen eine beträchtliche Anzahl von Bestäubern anlocken und einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten können. Zu den beobachteten Hauptbestäubern gehören Mitglieder der folgenden Familien: Syrphidae, Andrenidae, Apidae, Halictidae, mit einem MegachilidenInsbesondere wurden die folgenden Taxa dokumentiert (basierend auf Daten aus der Vormonitoringphase des Projekts LIFE20 PRE/BE/000008 - UrbanGreeningPlans). Eristalis tenax, Myathropa florea, Sphaerophoria spp., Andrena spp., Bombus spp., Nomada facilis, Halictus spp., Lasioglossum spp., Seladonia subaurata, Anthidium oblongatum, Megachile centuncularis, Hoplitis leucomelana. Andere Studien, die im Rahmen des SUPERB-Projekts im Gebiet von PNM durchgeführt wurden, zeigen, dass das Vorhandensein von Stadtwäldern und eine naturnähere Bewirtschaftung von Wiesen zu einer größeren Vielfalt und einem größeren Vorkommen von holznistenden Bienen führen.

Mediathek

  • Beeway, der entlang einer der Hauptstraßen des Parco Nord Milano verläuft
  • Beeway entlang eines neuen Weges
  • Karte der Beeways im Parco Nord Milano im Laufe der Jahre
  • Beeway in der Nähe des Niguarda-Sees
  • Bestäuber werden von Blüten innerhalb eines Beeway angelockt
Quelle/Autor(en)
  • Fabio Campana
  • Riccardo Gini
  • Andrea Montorio
  • Federico Baris
  • Francesco Gugo Bernar
  • 9 weitere anzeigen
Betreff
  • Aktive Wiederherstellung
  • Soziales & Stakeholder
  • Städtische und stadtnahe Wälder
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
Zweck
  • Aufforstung, Wiederaufforstung
  • Konnektivität und Landschaftsvielfalt
  • Weitere Schutz- und Regulierungsfunktionen
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Biogeografische Region
  • Continental
  • Mittelmeer
Länder
  • Italien
  • Sierra Leone
Degradationstreiber
  • Wirtschaftliche
Skalierungsbereich
  • 400 Hektar