Erhaltung der Biodiversität und Holzproduktion in einem mediterranen Natura-2000-Wald. Eine Abwägungsanalyse mit Fokus auf das Vorkommen von Mikrohabitaten.

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Jan 24, 2019
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Ein typischer mediterraner Wald. Bildnachweis: Vesilvio/Getty Images

Dieser Artikel untersucht die Wechselwirkungen zwischen Biodiversitätserhalt und Holzproduktion in einem mediterranen Mischwald anhand von baumbezogenen Mikrohabitaten (TreMs) als ökologischen Indikatoren. Vier simulierte waldbauliche Szenarien wurden mit der Marteloscope-Methode getestet, um Habitatwert, Biomasseentnahme und wirtschaftlichen Ertrag zu vergleichen. Die Studie zeigt, dass TreMs effektiv zur Identifizierung von Habitatbäumen und zur Unterstützung einer multifunktionalen Waldbewirtschaftung geeignet sind.

Die Studie untersucht, wie sich verschiedene waldbauliche Maßnahmen auf das Gleichgewicht zwischen Biodiversitätserhalt und Holzproduktion in einem mediterranen Natura-2000-Wald auswirken. Baumbezogene Mikrohabitate (TreMs) wurden an allen lebenden und stehenden toten Bäumen erfasst, um ihren Habitatwert zu bewerten. Die Holzproduktion wurde anhand der Biomasseentnahme, der Anzahl der geernteten Bäume und des wirtschaftlichen Ertrags gemessen. Durch die Simulation von vier Ernteszenarien liefern die Autoren einen detaillierten Vergleich der ökologischen und ökonomischen Ergebnisse.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl der Mikrohabitate mit dem Baumdurchmesser zunimmt und dass große Bäume deutlich mehr Mikrohabitate beherbergen, wodurch sie wertvolle Habitatbäume darstellen. Szenarien mit Produktionsfokus reduzieren die Anzahl der Mikrohabitate, während das naturschutzorientierte Szenario (S4) die meisten Mikrohabitate erhält und dennoch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Ertrag erwirtschaftet. Dies verdeutlicht die praktischen Abwägungen, vor denen Forstwirte beim Ausgleich von Ökosystemleistungen stehen.

Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung der Integration von TreM-basierten Bewertungsmethoden in die nachhaltige Forstwirtschaft, insbesondere in Schutzgebieten wie den Biosphärenreservaten „Der Mensch und die Biosphäre“ (MaB) und Natura-2000-Gebieten. Die Autoren argumentieren, dass TreMs wertvolle Indikatoren für die Identifizierung von Habitatbäumen, die Verbesserung der Entscheidungsfindung bei Baummarkierungsmaßnahmen und die Förderung der Strukturvielfalt darstellen können.

Insgesamt bekräftigt der Artikel die Auffassung, dass Biodiversitätsschutz und Holzproduktion sich nicht gegenseitig ausschließen, sofern ökologische Indikatoren wie TreMs zur Steuerung waldbaulicher Entscheidungen herangezogen werden. Die Arbeit leistet einen Beitrag zu den umfassenderen europäischen Bemühungen, die Multifunktionalität des Waldes, politische Ziele und praktische Bewirtschaftung in Einklang zu bringen.

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Quelle/Autor(en)
  • Giovanni Santopuoli
  • Marco di Cristofaro
  • Daniel Kraus
  • Andreas Schuck
  • Bruno Lasserre
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Topic
  • Wirtschaft & Finanzen
  • Umsetzung
  • Integrative Waldbewirtschaftung
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Zweck
  • Spezifische Lebensräume (Totholz, Mikrohabitate, Lebensraumtypen,...)
  • Bestimmte Arten (außer Bäume)
  • Strukturelle Vielfalt
Biogeografische Region
  • Mittelmeer
Länder
  • Italien
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2019