Biodiversitäts-Kreditpunktesystem (IP-Suisse)

Werkzeuge und Methoden

07. Nov 2025
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Das Schweizerische Institut für Vogelkunde schlug ein Punktesystem zur Messung der „Wildtierfreundlichkeit“ ganzer landwirtschaftlicher Betriebe vor. 2008 übernahm IP-SUISSE, ein Verband für integrierte Landwirtschaft, der ein Viertel der Schweizer Landwirte vertritt, das System in seine Richtlinien. Die größte Supermarktkette der Schweiz vertreibt die meisten IP-SUISSE-Produkte. Landwirte profitieren von Bonuszahlungen und einem besseren öffentlichen Image.

Das Biodiversitäts-Punktesystem ist ein Instrument, mit dem Landwirte ihre Bemühungen zur Förderung der Biodiversität auf ihren Betrieben bewerten können. Da es für Landwirte nahezu unmöglich ist, die Biodiversität auf ihren Betrieben quantitativ zu erfassen, wurde das Punktesystem (APS) entwickelt, mit dem sie die von ihnen ergriffenen Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität bewerten können. Das APS bietet eine breite Palette an Optionen, mit denen Landwirte die Biodiversität auf ihren Betrieben positiv beeinflussen können. Es umfasst 32 solcher Optionen. Landwirte können Punkte sammeln, indem sie diese Maßnahmen auf ihren Betrieben anwenden. Die meisten dieser Optionen stammen aus dem Schweizer Agrarumweltprogramm und umfassen sogenannte Ökologische Ausgleichsflächen (ÖVA, z. B. extensiv bewirtschaftete Wiesen, Hecken, Wildblumenwiesen und Fruchtfolge-Brachen). Zusätzlich werden die ökologische Qualität und die Größe der einzelnen ÖVA gemäß der Verordnung über die ökologische Qualität erfasst. Des Weiteren werden für die Anwendung von Acker- und Grünlandoptionen (z. B. Verzicht auf Herbizide, gestaffelte Mahd usw.) sowie für den Erhalt der genetischen Vielfalt (alte Sorten/traditionelle Nutzpflanzen) Punkte vergeben. Die Punktevergabe berücksichtigt die Betriebsgröße, d. h. die Punkte werden entsprechend dem Anteil einer bestimmten Maßnahme vergeben.

Die Punktzahlen werden entsprechend ihrem bekannten (expertenbasierten) Nutzen für die Biodiversität gewichtet. Das heißt, größere Wiesen erhalten mehr Punkte als kleinere, und Wiesen mit hoher ökologischer Qualität (gemäß dem Qualitätsschema) mehr als solche mit niedrigerer Qualität. Die Gewichtung basiert auf den Ergebnissen von Studien zu (i) der Überwachung von Agrarumweltmaßnahmen, (ii) der Bewirtschaftungsintensität, (iii) der Heterogenität von Landschaft und Lebensraum, (iv) Naturschutzmaßnahmen für (gefährdete) Zielarten und (v) eigenen Datensätzen und wird durch Expertenwissen ergänzt. Abschließend liefert das CPS für jeden Betrieb eine Gesamtpunktzahl.

Art der Lizenz: Nicht angegeben/unbekannt

Ein Punktesystem, das Teil des Labels „IP-Suisse“ ist
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Quelle/Autor(en)
  • Simon Birrer
  • Schweizerisches Ornithologisches Institut
Betreff
  • Aktive Wiederherstellung
  • Umsetzung
Stakeholders
  • Geldgeber & Investoren
  • Grundbesitzer & Praktiker
Zweck
  • Konnektivität und Landschaftsvielfalt
  • Natürliche Prozesse und Erhaltung des Ökosystems
  • Spezifische Lebensräume (Totholz, Mikrohabitate, Lebensraumtypen,...)
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Räumlicher Maßstab
  • Farm