Menschen spazieren durch einen Wald. Foto: EFI
Diese Studie untersucht die praktische Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in europäischen Wäldern. Basierend auf einem Fragebogen mit 368 Antworten von Fachleuten aus 19 Ländern werden die erlebten Klimaauswirkungen (z. B. Waldsterben, Wetterextreme), die umgesetzten Klimaanpassungsmaßnahmen (am häufigsten die Veränderung der Baumartenzusammensetzung), die Umsetzungshindernisse (z. B. fehlende Finanzierung/fehlendes Wissen) und der Zusammenhang zwischen Klimaanpassung und Biodiversitätserhaltung analysiert.
Die Studie schließt eine wichtige Lücke im Verständnis dafür, wie Forstmanager, Unternehmensleiter und private Eigentümer – also die Menschen vor Ort – tatsächlich auf die zunehmende Häufigkeit und Intensität klimabedingter Störungen wie Dürren, Waldbrände, Stürme und Schädlingsbefall (z. B. Borkenkäfer) in ganz Europa reagieren.
Die Kernmethodik umfasste eine umfangreiche Online-Umfrage in 19 europäischen Ländern. Die Ergebnisse zeigen, dass 84 % der Befragten angaben, dass ihr Forstbetrieb vom Klimawandel betroffen ist. Als Reaktion darauf setzen 89 % der Forstwirte Maßnahmen zur Klimaanpassung um.
Die am häufigsten angewandte Strategie in allen untersuchten biogeografischen Regionen ist die Veränderung der Baumartenauswahl bzw. -zusammensetzung (81 % der Befragten). Weitere wichtige Maßnahmen umfassen verschiedene Formen der Verjüngung (38 %) und die Anpassung von Ernte- und Durchforstungsmethoden (31 %). Die Studie untersucht zudem explizit den Zusammenhang zwischen klimaschonender Bewirtschaftung und integrativer Forstwirtschaft. Dabei wird festgestellt, dass einige Maßnahmen der klimaschonenden Bewirtschaftung, wie die Förderung der Baumartenvielfalt, zwar klare Synergien mit dem Biodiversitätsschutz bieten, die Anwender jedoch potenzielle Konflikte und Zielkonflikte berücksichtigen müssen.
Bei der Minderheit der Unternehmen, die keine Klimaanpassungsmaßnahmen umsetzen, waren die Haupthindernisse die Überzeugung, dass diese unnötig seien (52 %) – oft in der Annahme, die Natur könne sich selbst anpassen – oder ein Mangel an finanziellen Mitteln, Ressourcen und Wissen (33 %). Diese Erkenntnisse sind für die Politikgestaltung von entscheidender Bedeutung.