Stehendes Totholz mit Mikrohabitaten. Foto: Canetti/Canva
Dieses Dokument bietet praktische Hinweise zur Integration der Totholzbewirtschaftung in die forstwirtschaftliche Produktion in Mitteleuropa mit dem Ziel, die Biodiversität zu fördern. Es erläutert die ökologische Bedeutung von Totholz, stellt konkrete Methoden wie die Erhaltung von stehenden Bäumen und Habitatpflanzen vor und erörtert wirtschaftliche Aspekte sowie operative Herausforderungen. Die Leitlinien sollen sowohl Forstwirte als auch Naturschutzziele unterstützen.
Die Richtlinien fassen jahrzehntelange ökologische Forschung zusammen, die die entscheidende Rolle von Totholz für den Erhalt der Biodiversität im Wald belegt, insbesondere für saproxyle Arten wie Käfer, Pilze, Moose, Flechten, Vögel und Amphibien. Sie erläutern, wie Totholz den Nährstoffkreislauf, die Bodenstabilität, die natürliche Regeneration und die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems fördert – Funktionen, die in intensiv bewirtschafteten Wirtschaftswäldern oft beeinträchtigt sind.
Das Dokument bietet klare, umsetzbare Empfehlungen für Forstwirte und konzentriert sich dabei auf praktische Maßnahmen wie den Erhalt von Gruppen ausgewachsener Bäume bis zum Ende ihrer natürlichen Lebensdauer, die Bewahrung von Totholz mit großem Durchmesser, die Pflege von umgestürzten Stämmen und die Priorisierung von Habitatbäumen mit wichtigen Mikrohabitaten. Es betont den Wert der strukturellen Vielfalt – einschließlich der Variation in Zersetzungsstadien, Baumarten, Durchmessern und Sonneneinstrahlung sowie der langfristigen Verfügbarkeit von Totholz.
Wirtschaftliche Aspekte werden berücksichtigt, wobei darauf hingewiesen wird, dass die Belassung von Totholz zwar die unmittelbaren Holzeinnahmen verringern kann, aber zur ökologischen Stabilität, zur Bodengesundheit und zur langfristigen Nachhaltigkeit des Waldes beiträgt. Die Richtlinien sind für die Anwendung in gemäßigten Wäldern Mitteleuropas, insbesondere in Tschechien, konzipiert, aber auch für ähnliche Waldtypen in Nachbarländern relevant.