Ausgewachsener Bestand in QEFP vor den CCF-Durchforstungsmaßnahmen
Die Dauerwaldbewirtschaftung (Consistent Cover Forestry, CCF) wird im Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) ausgeweitet, um die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegenüber Wind, Schädlingen und Klimabelastungen zu erhöhen und gleichzeitig die Holzproduktion aufrechtzuerhalten sowie den Nutzen für die Öffentlichkeit und die Ökosysteme zu steigern. Der QEFP, der historisch von gleichaltrigen Sitka-Fichten dominiert wurde, hat sich durch langfristige Durchforstungsprogramme zu strukturell vielfältigen Mischbeständen entwickelt. Forest Research und Forestry and Land Scotland haben die Dauerwaldbewirtschaftung gemeinsam auf über 150 Hektar umgesetzt und überwacht. Dabei dienten Felduntersuchungen, Orthofotos, LiDAR- und LAI-Messungen als Entscheidungsgrundlage. Die Einbindung lokaler Gemeinschaften, Fachleute und nationaler Behörden gewährleistete Transparenz und hohe Akzeptanz in dieser stark frequentierten Landschaft. Der Ansatz zeigt, dass die Dauerwaldbewirtschaftung ökologische, hydrologische und visuelle Vorteile bietet und ein skalierbares Modell für eine breitere Anwendung in Schottlands öffentlichen und privaten Wäldern darstellt.
Der Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) im Loch Lomond and Trossachs National Park ist ein großer, staatlicher Wald, der vollständig von Forestry and Land Scotland (FLS), einer Behörde der schottischen Regierung, verwaltet wird. Ursprünglich von gleichaltrigen Sitka-Fichtenplantagen geprägt, hat sich das Gebiet schrittweise zu einer multifunktionalen Waldlandschaft entwickelt. Der QEFP ist zudem einer der Forschungswälder von Forest Research und liefert langfristige Datensätze sowie eine etablierte Infrastruktur für Monitoring und experimentelle Arbeiten. Er wurde als Schlüsselstandort für den Ausbau der Dauerwaldwirtschaft (Consistent Cover Forestry, CCF) ausgewählt, da er ein Vorzeigewald in öffentlichem Besitz mit einer langen Tradition von Durchforstungsversuchen, einer starken Präsenz lokaler und nationaler Besucher sowie einer langjährigen Partnerschaft zwischen FLS und Forest Research in zahlreichen wissenschaftlichen und operativen Projekten darstellt.
Der ökologische Kontext des Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) ist durch hohe Windexposition, eine der Hauptursachen für Störungen in Schottland, und die zunehmende Anfälligkeit seiner Wälder für Schädlinge und Krankheiten – insbesondere Phytophthora ramorum – gekennzeichnet, die in den letzten Jahren zu umfangreichen Lärchenrodungen geführt hat. Aus sozialer Sicht spielt der QEFP eine wichtige Rolle für Erholung und Bildung und empfängt jährlich zahlreiche Besucher. Rund um das Besucherzentrum „The Lodge“ werden verschiedene Aktivitäten angeboten. Wirtschaftlich gesehen besteht ein dringender Bedarf, dass der Wald weiterhin Holz liefert und gleichzeitig Bewirtschaftungssysteme entwickelt werden, die besser auf langfristige Widerstandsfähigkeit und Klimaanpassung ausgerichtet sind.
Mehrere Bestände innerhalb des QEFP wurden ursprünglich als einheitliche, gleichaltrige Nadelholzplantagen angelegt. Diese Bestände waren zwar produktiv, aber zunehmend Windwurfrisiken sowie Schädlings- und Krankheitsbefall ausgesetzt. Kahlschlag ist zwar betrieblich effizient, kann aber abrupte Veränderungen des Landschaftsbildes bewirken, die Kontinuität von Lebensräumen verringern und die Boden- und Wasserverhältnisse vorübergehend verändern. Aus diesen Gründen wurde ein Übergang zu einer kontinuierlichen, stufenweisen Bewirtschaftung als vorteilhaft erachtet, da dieser Ansatz dazu beiträgt, die strukturelle Kontinuität, die optische Attraktivität und die ökologische Funktionalität zu erhalten.
Die Umstellung auf CCF (Concentrated Concern Forest) im Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) erfolgte schrittweise über viele Jahre. Für die 18 CCF-Chronosequenzbestände, die von FR (Forest Research) und FLS (Forest Laws) im Rahmen des SUPERB-Projekts angelegt und überwacht wurden, wurden detaillierte Strukturdaten mit verschiedenen Methoden erhoben, darunter Kartierungen mit kommerziellen Forstinventur-Apps, Orthofotos, terrestrisches LiDAR und Blattflächenindexmessungen (LAI). Seit dem Jahr 2000 wurden auf rund 155 Hektar Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt. Große Bäume oder Bäume an schwierigen Standorten wurden manuell gefällt, bevor sie mit Harvestern weiterverarbeitet wurden. In Gebieten mit überdimensioniertem Holz wurden Spezialsägewerke beauftragt, um Material zu verarbeiten, das nicht über die üblichen Lieferketten abgewickelt werden konnte. Weitere 30 Hektar werden derzeit gezielt durchforstet, um die Umstellung abzuschließen. Nach jedem Eingriff werden weitere Orthofotos und LiDAR-Vermessungen durchgeführt, um Veränderungen in der Bestandesstruktur zu dokumentieren und die Bewirtschaftungsentscheidungen zu optimieren.
Die Erfahrungen im Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) zeigen, dass die konservierende Waldbewirtschaftung (CCF) in schottischen öffentlichen Wäldern erfolgreich umgesetzt und auf ähnliche Landschaften ausgeweitet werden kann. Der schottische Forstservice (FLS) hat das Ziel formuliert, die CCF-Bewirtschaftung auf bis zu 10 % der öffentlichen Waldfläche – etwa 47,000 Hektar – auszudehnen. Damit ist der QEFP ein wichtiger Bezugspunkt für die zukünftige Expansion. Der Ansatz ist auch für private Waldbesitzer relevant, die vielfältige und klimaresistente Waldstrukturen anstreben.
Mehrere Faktoren haben zum Erfolg der CCF-Maßnahmen im QEFP beigetragen. Die langjährige Zusammenarbeit zwischen Forest Research und FLS bildete eine solide Datengrundlage und gewährleistete die Kontinuität von Monitoring und Umsetzung. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist weiterhin hoch, was zum Teil auf die geringere optische Beeinträchtigung durch CCF im Vergleich zu Kahlschlagsystemen zurückzuführen ist und zum Teil darauf, dass Besucher artenreiche, strukturreiche Mischwälder im Allgemeinen als attraktiver und interessanter empfinden als einheitliche Bestände. Qualifizierte Fachkräfte waren unerlässlich, insbesondere dort, wo große Bäume spezielle Fäll- und Verarbeitungsmethoden erforderten. Schließlich trug die Integration von CCF in andere Renaturierungsmaßnahmen – einschließlich hydrologischer und Biodiversitätsziele – dazu bei, den Gesamtnutzen der Maßnahme zu unterstreichen.
Die Umsetzung stieß auf einige Herausforderungen. Der weitverbreitete Befall mit Phytophthora ramorum wurde zu einer dringenden Managementpriorität und beeinträchtigte die Planung und Verfügbarkeit von Ressourcen. Hohe Besucherzahlen in einigen Teilen des Queen Elizabeth Forest Park (QEFP) erforderten eine sorgfältige Planung, um die Sicherheit während der Durchforstungsarbeiten zu gewährleisten. Bäume mit großem Durchmesser stellten sowohl beim Fällen als auch beim Abtransport technische Herausforderungen dar. Eine großflächige Ausweitung dieser Maßnahmen auf ganz Schottland könnte durch Marktbeschränkungen für geringe Mengen an großem Holz eingeschränkt sein.
Die Umstellung auf Dauerwaldwirtschaft im Queen Elizabeth Forest Park hat vielfältige ökologische, soziale und hydrologische Vorteile mit sich gebracht. Durch Ausdünnungsmaßnahmen und langfristiges Strukturmanagement haben die Heterogenität des Bestandes erhöht und so eine komplexere Kronenarchitektur sowie eine widerstandsfähigere Waldstruktur gefördert. Diese Eingriffe haben zudem die Baumartenzusammensetzung diversifiziert und Bestände geschaffen, die besser an Schädlinge, Krankheiten und veränderte Klimabedingungen angepasst sind. Auf Landschaftsebene hat die Dauerwaldwirtschaft die visuelle Vielfalt verbessert, indem sie die abrupten Kontraste vermeidet, die mit Kahlschlagsystemen einhergehen. Dies hat zu einem höheren Erholungswert in einem stark frequentierten Gebiet beigetragen, in dem Waldästhetik, Kontinuität und Zugänglichkeit sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für Besucher von großer Bedeutung sind.
Die Aufrechterhaltung einer geschlossenen Baumkronendecke und die Reduzierung von Bodenstörungen haben hydrologische Vorteile mit sich gebracht, darunter eine verbesserte Wasserregulierung und ein verringertes Hochwasserrisiko, insbesondere in Gebieten, in denen die geschlossene Baumkronenbewirtschaftung mit laufenden Initiativen zum natürlichen Hochwassermanagement und zur Renaturierung von Uferzonen übereinstimmt. Insgesamt zeigt die Kombination aus struktureller Diversifizierung, verbessertem Besuchererlebnis und gestärkter hydrologischer Funktion, wie die geschlossene Baumkronenbewirtschaftung zu einer multifunktionalen und klimaresistenten Waldlandschaft beitragen kann.
Im Fall des QEFP (Queensland Forest Program) führte die Durchforstung im Rahmen der CCF (Conservation-Conservation Forest) gelegentlich zu Holz, das nicht vollständig den marktüblichen Spezifikationen entsprach, insbesondere bei Stämmen mit großem Durchmesser oder unregelmäßigen Abmessungen. Obwohl die während der SUPERB-Maßnahmen geschlagene Gesamtmenge beträchtlich war und ein geeignetes Sägewerk für die Verarbeitung dieses Materials gefunden werden konnte, erforderte dies individuelle Vereinbarungen und zusätzliche Koordination. Diese Erfahrungen zeigen, dass zwar marktgerechte Lösungen gefunden werden können, eine Ausweitung der CCF jedoch möglicherweise weitere Anpassungen in den lokalen Sägewerken und Lieferketten erfordert, um die größere Vielfalt an Sortimenten und die größeren Stammdurchmesser zu verarbeiten. Insgesamt sind die beobachteten negativen Auswirkungen begrenzt und beherrschbar, sie unterstreichen jedoch die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs zwischen Forstwirten und Verarbeitern, um die langfristige betriebliche und wirtschaftliche Tragfähigkeit zu gewährleisten.