Abbildung aus Löfqvist et al. (2023); Icons von macrovector und tartila/Freepik.com
Die globalen Ziele zur Wiederherstellung von Ökosystemen kommen aufgrund von Finanzierungslücken nur langsam voran. Öffentliche Mittel dominieren zwar, doch die Ausweitung privater Finanzierungen ist entscheidend, wird aber durch den Mangel an rentablen Investitionen eingeschränkt. Marktmechanismen wie freiwillige CO2- und Biodiversitätskompensationsmärkte ziehen private Mittel an, laufen aber Gefahr, nicht mit sozialen und ökologischen Zielen in Einklang zu stehen. Um positive Ergebnisse zu gewährleisten, sind eine starke Governance und Aufsicht unerlässlich.
Die internationale Gemeinschaft hat ehrgeizige Ziele für die Wiederherstellung von Ökosystemen formuliert. Die Umsetzung verläuft jedoch schleppend, und fehlende Finanzmittel stellen ein zentrales Hindernis für die Ausweitung der Maßnahmen dar. Die meisten Projekte werden von öffentlichen Institutionen finanziert, und jüngste Initiativen auf hoher Ebene haben die Notwendigkeit betont, private Investitionen in die Wiederherstellung zu erhöhen. Private Finanzmittel können über verschiedene Mechanismen in die Wiederherstellung gelenkt werden, werden aber durch einen Mangel an rentablen Investitionsmöglichkeiten zurückgehalten. Verschiedene Institutionen wurden geschaffen, um bisher nicht marktgängige Ökosystemleistungen zu kommerzialisieren und investierbar zu machen. Zu den wichtigsten gehören freiwillige Kohlenstoffmärkte und Mechanismen, die dem Markt für Biodiversitätsauflagen ähneln, wie beispielsweise Biodiversitätskompensationssysteme, die darauf abzielen, in einem bestimmten regulierten Sektor einen Netto-Null-Verlust an Biodiversität zu erreichen. Die Gewinnung privater Finanzmittel für die Wiederherstellung birgt jedoch Risiken, da die Ziele privater Finanzmittel in diesem Bereich oft nicht mit weiterreichenden sozialen und ökologischen Zielen übereinstimmen. Bisherige Mechanismen der privaten Finanzierung haben tendenziell zu wenig in Monitoring- und Wirkungsbewertungsmechanismen investiert und Investitionen in kosteneffiziente naturbasierte Lösungen wie Plantagenmonokulturen gegenüber natürlich regenerierten Ökosystemen bevorzugt. Es wurden zahlreiche technologische und institutionelle Lösungen vorgeschlagen, doch diese können nicht alle Risiken mindern. Die Skalierung der Ökosystemwiederherstellung durch marktähnliche Mechanismen erfordert daher erhebliche Investitionen in Governance und zivilgesellschaftliche Aufsicht, um die ökologische Integrität und soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Wir skizzieren hier die übergeordneten politischen Rahmenbedingungen der Finanzierung von Wiederherstellungsprojekten und untersuchen die Rolle und das Potenzial öffentlicher und privater Investitionen. Wir erläutern die praktische Funktionsweise gängiger Mechanismen zur Gewinnung privater Investitionen. Anschließend diskutieren wir einige Schwächen bisheriger Initiativen zur privaten Finanzierung von Ökosystemwiederherstellungen und heben wichtige Erkenntnisse hervor, wie die ökologischen und sozialen Auswirkungen privater Investitionen in die Ökosystemwiederherstellung gesichert werden können.