Maßnahmen zur Nachahmung von Feuer

Alternative Wege zur Schaffung von Lebensräumen für feuerabhängige Arten

Gute Praktiken

24. September 2025
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Punktverbrennung (lokalisiertes Feuer unter kontrollierten Bedingungen). Foto: Åsa Granberg

Feuer ist ein natürliches Störungsereignis im borealen Wald. Da Waldbrände heute effektiv unterdrückt werden, sind viele Arten, die auf verbrannte Wälder angewiesen sind, bedroht. Um die Lebensbedingungen dieser Arten zu verbessern, könnten kontrollierte Brände zur Erhaltung der Vegetation eingesetzt werden. Diese sind jedoch nicht überall möglich. Stattdessen werden häufig Maßnahmen ergriffen, die Brände imitieren, um einige Auswirkungen eines natürlichen Waldbrandes zu ersetzen, wie beispielsweise die Bildung von Totholz im Allgemeinen und insbesondere von sogenannten Kelo-Bäumen (sehr hartes und widerstandsfähiges totes Kiefernholz), lichte Kiefernbestände oder Laubwälder. 

Hintergrund:

Feuer ist eine natürliche Störung im borealen Wald und prägte historisch gesehen die Waldlandschaft sowie Flora und Fauna. Heute, da Waldbrände effektiv eingedämmt werden, … unterdrücktViele Arten, die an abgebrannte Wälder angepasst und von ihnen abhängig sind, sind bedroht. Um die Lebensbedingungen dieser Arten zu verbessern, führen sowohl Naturschutzbehörden als auch Forstunternehmen kontrollierte Brände durch. Diese sind jedoch nicht überall möglich. In Nordschweden liegt dies beispielsweise daran, dass das Gebiet als Winterweidegebiet für Rentiere von großer Bedeutung ist, zu nah an bewohnten Gebieten liegt oder das Gelände die Kontrolle des Feuers zu gefährlich und schwierig macht.

Problembeschreibung:

Waldbrände sind gewaltige Naturereignisse mit unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen auf Ökosysteme. Sie töten oder beschädigen Bäume, doch die Arten unterscheiden sich in ihrer Widerstandsfähigkeit: Kiefern und Birken überleben oft, während Fichten meist absterben. Unter trockenen Bedingungen entstehen durch diese selektive Sterblichkeit lichte Wälder, die von feuerangepassten Arten dominiert werden. Manche Bäume überstehen wiederholte Brände (oft im Abstand von mehr als 50 Jahren) und werden dadurch alt und widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten. Wenn sie schließlich absterben, bleiben sie jahrhundertelang als stehende oder umgestürzte „Kelo-Bäume“ erhalten und bieten vielen Arten einzigartige Lebensräume. Brände verändern auch den Boden, reduzieren die Vegetationsdecke und legen mineralischen Boden frei, auf dem Pionierbäume wie Birke, Espe und Salweide siedeln. Diese Arten können auch aus Wurzelausläufern oder Stümpfen wieder austreiben und so eine schnelle Erholung nach dem Brand ermöglichen. In feuchten Gebieten führt dies zu Wäldern, die von Laubbäumen dominiert werden. Ohne Feuer verschwinden solche ökologischen Prozesse und die Artenvielfalt der Lebensräume nimmt ab. Um dies auszugleichen, werden manchmal Managementpraktiken eingesetzt, die Feuer imitieren, um diese positiven Effekte nachzubilden und gleichzeitig die Risiken zu vermeiden, die echte Brände für Menschen und die Rentierzucht darstellen.

Implementierungsschritte:

Methodischer Überblick

Feuerimitationen werden häufig in Gebieten mit waldbrandgefährdeten Gebieten eingesetzt, in denen kontrollierte Brände aus verschiedenen Gründen nicht möglich sind. Dazu gehören: 

- Veteranisierung (verschiedene Arten von mechanischen Verletzungen)
- Punktverbrennung (lokalisiertes Feuer, das unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt wird), 
- Kleinräumige Bodenstörungen um die Ansiedlung von Laubbäumen und die Fruchtbildung von Mykorrhiza-Pilzen zu fördern
- Entfernung/Tötung von Bäumen die natürlicherweise bei einem Waldbrand umgekommen wären und
- Fechten um Laubbäume zu fördern, die nach einem Waldbrand das erste Stadium der Waldsukzession bilden. 

Es ist oft sinnvoll, verschiedene Maßnahmen zur Brandsimulation in einem Gebiet zu kombinieren, da jede einzelne Maßnahme nur einen kleinen Teil der ökologischen Auswirkungen eines natürlichen Waldbrandes nachahmt. Die Wahl der Maßnahmen hängt von den spezifischen Gegebenheiten vor Ort (die oft auch innerhalb eines Gebiets variieren) sowie von Möglichkeiten, Kosten, Zeitpunkt usw. ab. Es kann auch sinnvoll sein, Brandsimulationsmaßnahmen in Gebieten durchzuführen, die an großflächige natürliche oder konservierende Brände angrenzen, da viele feuerabhängige Insekten vom Rauchgeruch aus großer Entfernung angelockt werden und die punktuellen Brände, die als Brandsimulationsmaßnahmen durchgeführt werden könnten, möglicherweise nicht ausreichen, um diese Insekten anzulocken.

Beginnen Sie mit der Festlegung des Einsatzgebietes anhand von Geländebegehungen und der Auswertung von Karten und Luftbildern. Da die Auswirkungen von Waldbränden oft ungleichmäßig verteilt sind, sollten Sie jede einzelne Maßnahme vorzugsweise auf Bereiche mit einem Durchmesser von 20–30 Metern innerhalb des Gebiets konzentrieren. Um effektiv zu sein, markieren Sie die Bereiche im Gelände oder auf Ihrem digitalen Feldgerät im Voraus und geben Sie klare Anweisungen, welche Maßnahmen in jedem Bereich durchzuführen sind. Dies ist besonders wichtig, wenn mehrere Personen an den eigentlichen Maßnahmen im Gelände beteiligt sind.

Wenn Sie Auftragnehmer mit der Durchführung der Maßnahmen beauftragen, empfiehlt es sich, sowohl Anweisungen vor Ort zu geben als auch eine detaillierte Übersicht und schriftliche Anweisungen für jede Maßnahme bereitzustellen, einschließlich einer Beschreibung des angestrebten Ergebnisses. Indem Sie dem Auftragnehmer den Zweck der Maßnahmen verdeutlichen, erleichtern Sie ihm die Anpassung der Umsetzung an veränderte Bedingungen und gewährleisten, dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.

Bitte beachten Sie, dass die örtlichen Sicherheitsbestimmungen und Genehmigungsanforderungen je nach Land unterschiedlich sein können und vor der Umsetzung geprüft werden müssen!


Veteranisierung und Punktverbrennung

Zweck: Bäume sollen auf ähnliche Weise wie bei einem Waldbrand geschädigt, aber nicht abgetötet werden, d. h. vom Boden/Stammfuß ausgehend und entlang des Stammes aufwärts, einseitig. Ökologisches Ziel: Der Baum soll Harz produzieren, das das Holz, insbesondere am Stammfuß, durchdringt, wodurch verbranntes und totes Holz entstehen und das Wachstum des Baumes verlangsamt wird.

Ausrüstung (Beispiele): Axt, Ziehmesser, Kettensäge, Erntemaschine, Feuerzeug/Streichhölzer, Brennholz (oder tragbare Lagerfeuer), Gasbrenner.

Wann? Waldbrände treten naturgemäß wieder auf, mancherorts sogar alle 30 Jahre. Um diesen natürlichen Prozess nachzuahmen, empfiehlt es sich, die kontrollierte Abbrennung (auch: punktuelles Abbrennen) alle 5–10 Jahre zu wiederholen – sowohl an neu angepflanzten als auch an bereits behandelten Bäumen. Im letzteren Fall sollte die bestehende Brandwunde gegebenenfalls erweitert werden. Waldbrände können im borealen Wald natürlicherweise im Frühling und Sommer auftreten, kontrollierte Abbrennung und punktuelles Abbrennen lassen sich jedoch zu jeder Jahreszeit durchführen. Am einfachsten gelingt die kontrollierte Abbrennung im frühen Frühling, wenn der Saftfluss ansteigt. Punktuelles Abbrennen wird hingegen häufig im Spätwinter/Frühling durchgeführt, wenn noch etwas Schnee liegt oder der Boden zumindest feucht ist, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Punktuelles Abbrennen auf Schnee ermöglicht zudem eine effiziente Durchführung, da Brennholz oder tragbare Lagerfeuer mit Schneemobilen und Skiern zwischen den Bäumen verteilt werden können. Einmal entzündet, kann eine Person viele Feuer gleichzeitig beaufsichtigen, da die Gefahr der Ausbreitung minimal ist.

Wie macht man: Die sogenannte Veteranisierung („Katning“ auf Schwedisch) erfolgt durch das Abschälen von 20–75 % der Rinde von Kiefern bis ins Splintholz, vom Stammfuß bis zu einer Höhe von 0,75–2 m. Für das Überleben des Baumes ist es wichtig, einen mindestens 20 % breiten Streifen unbeschädigter Rinde zwischen den Wurzeln und dem oberen Rindenbereich stehen zu lassen. Auch andere feuerangepasste Baumarten können auf diese Weise behandelt werden. Die Maßnahme kann sowohl mit handgeführten Geräten wie Axt und Kettensäge als auch mit einem Harvester durchgeführt werden. Der Einsatz eines Harvesters ist zwar schnell, aber kostspielig, und es kann schwierig sein, die Rinde vollständig bis zu den Wurzeln zu entfernen.

Punktverbrennung bezeichnet das Abbrennen einzelner Bäume, wobei nur ein kleiner Teil des Bodens betroffen ist. Dies geschieht meist durch ein kleines Feuer am Stammfuß des Baumes, entweder mit Brennholz von außerhalb oder mit brennbarem Material aus der Umgebung. In Nordschweden sind vorgefertigte „tragbare Lagerfeuer“ üblich geworden (siehe Abbildung). Punktverbrennung kann auch mit einem Gasbrenner durchgeführt werden.


Abtötung gefährdeter Bäume

Zweck: Um Bäume zu vernichten, die bei einem natürlichen Waldbrand absterben würden, hauptsächlich Arten, die nicht an Feuer angepasst sind, aber auch junge Exemplare angepasster Arten, die ebenfalls häufig bei Bränden umkommen. 

Ausrüstung (Beispiele): Kettensäge, Axt, handgeführte Kettensägenkette.

Wie macht man: Das Ringelen ist eine Methode, um einen Baum langsam und im Stehen absterben zu lassen, ähnlich wie nach einem Waldbrand. Entweder wird die Rinde mit Axt oder Kettensäge in einem 1–2 dm breiten Ring um den Baum entfernt, oder es werden zwei oder mehr dünne, ringförmige Schnitte mit einer Kettensäge oder einer Handkettensäge gemacht. Ziel ist es, den Transport von Wasser und Nährstoffen zwischen Wurzeln und Krone zu unterbrechen. Bei den dünnen Schnitten ist es wichtig, tief genug zu schneiden, um das Splintholz ringsum zu erreichen, aber nicht zu tief, da der Baum sonst leicht vom Wind gebrochen wird. Es sollten immer zwei oder mehr dünne Ringschnitte gemacht werden, da der Baum manchmal Teile der Wunde wieder verheilt. Je nach Methode stirbt der Baum mehr oder weniger langsam ab; daher kann es sinnvoll sein, beide Methoden im selben Bereich zu kombinieren.

Das Abschneiden eines Baumes tötet ihn sofort und erzeugt liegendes, frisches Totholz. Diese Art des Absterbens ist nach einem Waldbrand untypisch, ähnelt aber eher den Auswirkungen eines Sturms. Im Vergleich zum Ringeln ist diese Methode oft zeitsparender, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden, wenn die Auswirkungen eines Waldbrandes nachgeahmt werden sollen.


Bodenstörungen erzeugen

Zweck: Um die Bodenvegetation (hauptsächlich Zwergsträucher und Moose) zu reduzieren oder zu entfernen und Stellen mit nacktem Mineralboden zu schaffen, um die Fruchtbildung von Mykorrhiza-Pilzen und Insekten zu begünstigen und die Etablierung von Samen von Espen und anderen Laubbäumen sowie Kiefern zu ermöglichen.

Ausrüstung (Beispiele): Ein Rechen oder ähnliches Gerät (z. B. McLeod-Werkzeug/Rechenhacke), ein Buschschneider mit Mulchvorrichtung, ein Quad mit Bulldozerschild oder ein Bagger mit Flachschaufel. 

Wie macht man: Entfernen Sie die Vegetation einfach abschnittsweise (1–10 m²) bis zum Mineralboden. Diese Maßnahme kann sowohl in unberührten Gebieten als auch ergänzend in Gebieten durchgeführt werden, in denen kontrollierte Brände geplant oder durchgeführt werden, deren Intensität jedoch voraussichtlich zu gering ist, um Vegetation und Humus vollständig bis zum Mineralboden abzutragen.


Zäune für Laubbaumarten

Zweck: Ziel ist die Schaffung von Laubwaldbeständen, ähnlich dem ersten Stadium der Waldsukzession nach einem Waldbrand, indem man Laubbäumen erlaubt, hoch genug zu wachsen, um dem Verbissdruck durch Elche und andere Huftiere zu „entgehen“.

Material: Um großen Tieren wie Elchen ganzjährig Schutz zu bieten, ist der Bau stabiler Zäune unerlässlich. Die Netze sollten mindestens 2 m hoch sein und aus senkrechtem, blickdichtem Draht bestehen. Die Maschenweite richtet sich nach den Tieren, die ferngehalten werden sollen; für Elche sind beispielsweise 17 x 15 cm ausreichend. Die Pfosten müssen mindestens 10 cm dick und aus imprägniertem Holz gefertigt sein.

Wie macht man: Die Zaunpfosten sollten in Abständen von maximal 4 m gesetzt werden. Sie sind 50 bis 80 cm tief in den Boden zu rammen. Die Netze sind außen an den Pfosten zu befestigen und mit Zaunklammern zu sichern. Die oberen drei Drähte sind mit Widerhaken zu versehen, danach jeder zweite. Alle Eckpfosten und andere Pfosten an kritischen Stellen sind mit schrägen Stützpfosten zu verstärken, die an deren oberem Ende befestigt werden. Das Gehege sollte über einen Ein-/Ausgang in Form eines abschließbaren Tors, einer Leiter oder einer anderen Lösung verfügen, die Huftiere fernhält.

Wissenstypen:

Die Anwendung dieser Methoden im Kontext der „Feuerimitation“ ist relativ neu, und die Erforschung ihrer ökologischen Auswirkungen beginnt erst vor kurzem. Das praktische Wissen über die verschiedenen Arten von Feuerimitationsmaßnahmen reicht jedoch weiter zurück. „Katning“, ein schwedischer Begriff für die hier vorgestellte Form der Feuerimitation, wurde früher eingesetzt, um die Teerproduktion von Bäumen und damit die Festigkeit und Haltbarkeit des Holzes zu erhöhen. Das Einzäunen bestimmter Baumarten zum Schutz vor Verbiss ist eine gängige forstwirtschaftliche Maßnahme, ebenso wie die Bodenbearbeitung in Form von Skarifizierung. Diese erfolgt jedoch in viel größerem Umfang und mit geringerer Präzision als bei der Feuerimitation.

Reproduzierbarkeit:

JA, die Methode wurde in verschiedenen Kontexten und Größenordnungen getestet und repliziert und kann daher problemlos auf andere Initiativen mit ähnlichen Zielen übertragen und/oder angepasst werden.

Maßnahmen zur Nachahmung von Bränden werden zunehmend sowohl von Naturschutz- und Forstbehörden als auch von Forstunternehmen eingesetzt. Die Methoden wurden bereits angewendet, werden weiterentwickelt und dokumentiert, z. B. in der [Referenz einfügen]. Life-Taiga mit einem Life2Taiga Projekte.

Schlüsselfaktoren für den Erfolg:

Erfolgsfaktor Nr. 1
Naturschutzbeauftragte, die bereit und in der Lage sind, fundierte ökologische Kenntnisse über brandgefährdete Waldökosysteme mit innovativen praktischen Managementmethoden zu verbinden.

Erfolgsfaktor Nr. 2
Gute Beziehungen und Kommunikation zwischen Naturschutz-/Managementbeauftragten von Behörden, Forstunternehmen, Beratern, Auftragnehmern und NGOs sowie ungezwungene Treffen innerhalb dieser Gruppe zum Austausch und zur Diskussion verschiedener Fragen des praktischen Naturschutzmanagements.

Allgemeine Einschränkungen:

Risikofaktor Nr. 1: Finanzielle Engpässe
Drastische Kürzungen im nationalen Budget für den Schutz von Naturschutzgebieten haben insgesamt zu weniger Schutzmaßnahmen geführt, darunter auch Maßnahmen zur Nachahmung von Bränden. Das große, von der EU finanzierte Projekt LIFE2Taiga (2022–2028) stellt jedoch in vielen schwedischen Landkreisen zusätzliche Mittel für kontrollierte Brände und Maßnahmen zur Nachahmung von Bränden bereit.

Risikofaktor Nr. 2: Mangel an qualifizierten Auftragnehmern
Heutzutage ist es mitunter schwierig, gute Auftragnehmer zu finden. Allerdings erlernen immer mehr traditionelle Forstunternehmer, wie man Maßnahmen zur Brandsimulation durchführt und erlangen ein grundlegendes Verständnis für die ökologischen Hintergründe dieser Maßnahmen. Dies führt zu besseren Ergebnissen und einer größeren Anzahl unabhängiger Auftragnehmer.

Risikofaktor Nr. 3: Fehlende Spezialmaschinen
Viele Maßnahmen zur Brandsimulation lassen sich mit einem Harvester zeitsparend durchführen. Der herkömmliche Harvesterkopf ist jedoch beispielsweise für die Wiederherstellung von Vegetationsflächen ungeeignet, wodurch die Ergebnisse nicht so gut ausfallen wie mit Axt oder Kettensäge. Einige auf Naturschutzprojekte spezialisierte Harvesterunternehmen haben die Anbringung einer zusätzlichen Klinge am Schneidkopf getestet, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Dies muss jedoch noch weiter erprobt werden. 

Positive Auswirkungen:

  • Erhöhtes (hochwertiges) liegendes Totholz
  • Erhöhtes (hochwertiges) stehendes Totholz
  • Erhöhte Vielfalt an Lebensräumen einschließlich Mikrohabitaten
  • Zunehmende Merkmale von Urwäldern, z. B. alte Bäume
  • Erhöhte strukturelle Vielfalt

Da Maßnahmen zur Brandsimulation darauf abzielen, bestimmte Strukturen zu schaffen, wie beispielsweise stehendes Totholz, verbrannte und/oder beschädigte, aber noch lebende Bäume, unbewachsenen Mineralboden und die Regeneration von Laubbäumen, lassen sich die direkten strukturellen Auswirkungen oft unmittelbar oder innerhalb weniger Jahre nach den Maßnahmen beurteilen. Die ökologischen Auswirkungen verschiedener Brandsimulationsmaßnahmen entwickeln sich jedoch häufig erst nach längerer Zeit und erfordern einen höheren Expertenanteil für ihre Untersuchung. Aktuell (2025) werden die ökologischen Auswirkungen erst seit Kurzem erforscht.

Negative Auswirkungen:

  • Reduzierte Holzqualität oder -quantität

Eine unvermeidliche Folge der Schädigung oder Tötung von Bäumen zur Schaffung von Mikrohabitaten und Totholz ist die Verringerung der Holzqualität und -menge. Da diese Maßnahmen jedoch üblicherweise in Wäldern durchgeführt werden, die nicht für die Holzproduktion genutzt werden, stellt dies selten ein Problem dar.

Mediathek

  • Feuer ist ein natürliches Phänomen in borealen Wäldern, und viele Arten sind auf abgebrannte Wälder angewiesen. Heute werden kontrollierte Brände eingesetzt, um diese Arten in der Waldlandschaft zu fördern. Foto: Åsa Granberg
  • Feuer ist ein natürliches Phänomen in borealen Wäldern, und viele Arten sind auf abgebrannte Wälder angewiesen. Heute werden kontrollierte Brände eingesetzt, um diese Arten in der Waldlandschaft zu fördern. Foto: Åsa Granberg
  • Waldbrände erzeugen lichte, von Kiefern dominierte Bestände, generell Totholz und insbesondere sogenannte „Kelo“-Bäume, d. h. sehr hartes und widerstandsfähiges totes Kiefernholz (im Hintergrund des Fotos). Foto: Åsa Granberg
  • Die Veteranisierung von Kiefernholz erfolgte mit einem Harvester. Foto: Åsa Granberg
  • Veteranisierung von Kiefernholz, vor 20 Jahren mit der Axt durchgeführt. Foto: Åsa Granberg
  • Waldbrände töten normalerweise Baumarten mit geringer Feuerresistenz, wie beispielsweise Fichten. Die meisten Laubbäume sterben zwar auch ab, besiedeln das Gebiet aber schnell wieder durch Neuaustrieb oder Samenvermehrung. Foto: Åsa Granberg
  • Das Gebiet wurde vor 30 Jahren zu Naturschutzzwecken abgebrannt. Seitdem wird es stark von Elchen beweidet, was die Regeneration von Kiefern und Laubbäumen hemmt. Foto: Åsa Granberg
Quelle/Autor(en)
  • Åsa Granberg (Verwaltungsrat des Landkreises Västerbotten – Schweden)
Betreff
  • Aktive Wiederherstellung
  • Umsetzung
  • Integrative Waldbewirtschaftung
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