Paradigmen und Konflikte der Waldwiederherstellung in Europa. Foto: Andreas Schuck
Diese Publikation untersucht das Verständnis von Waldwiederherstellung im europäischen Kontext, identifiziert potenzielle Konfliktpotenziale im Bereich der Waldwiederherstellung und analysiert die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmungen und Konflikten. Die Ergebnisse basieren auf 46 Interviews mit Akteuren aus zwölf Fallstudien zur Waldwiederherstellung in Europa. Sie zeigen, dass die Akteure Waldwiederherstellung unterschiedlich verstehen und dass widersprüchliche Wahrnehmungen zu Konflikten zwischen ihnen führen können.
Die Wiederherstellung von Wäldern gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Diese Studie untersucht das Verständnis von Waldwiederherstellung im europäischen Kontext, identifiziert potenzielle Konflikte im Bereich der Waldwiederherstellung und erforscht den Zusammenhang zwischen den Wahrnehmungen der Interessengruppen und den damit verbundenen Konflikten. Hierzu wurden 46 halbstrukturierte Interviews mit Interessengruppen in zwölf Fallstudien zur Waldwiederherstellung in zwölf europäischen Ländern geführt. Die Ergebnisse zeigen drei unterschiedliche Auffassungen von Waldwiederherstellung durch die Interessengruppen – sogenannte „Paradigmen der Waldwiederherstellung“ –, die sich aus der unterschiedlichen Wahrnehmung waldbezogener Probleme und deren Management durch verschiedene Akteursgruppen ergeben. Eine detailliertere Analyse legt nahe, dass die Wahrnehmung von Waldproblemen durch den ökologischen und sozioökologischen Kontext sowie die kollektiven Werte und Überzeugungen der Akteursgruppen bestimmt wird. Wenn diese zugrunde liegenden Werte und Überzeugungen in einem bestimmten Kontext aufeinanderprallen, können Konflikte im Bereich der Waldwiederherstellung entstehen. Für eine effektive Umsetzung von Waldwiederherstellungsprojekten in Europa ist es daher wichtig zu untersuchen, wie Interessengruppen Waldwiederherstellung verstehen und in welchen Kontexten unterschiedliche Wahrnehmungen entstehen.