Vom sektoralen Politikwandel zur sektorübergreifenden (Des-)Integration? Eine Längsschnittanalyse der Forst- und ländlichen Entwicklungspolitik der EU

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May 21, 2025
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Vom sektoralen Politikwandel zur sektorübergreifenden (Des-)Integration

Wir analysierten die Rolle der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und ihres Fonds für die ländliche Entwicklung bei der Finanzierung relevanter Maßnahmen im Zeitverlauf. Die Bedeutung der GAP-Finanzierung für relevante Maßnahmen ist aufgrund der geringen Bereitstellung finanzieller Mittel für forstbezogene Maßnahmen und der geringen Inanspruchnahme dieser Mittel durch die EU-Mitgliedstaaten sehr begrenzt.

Die Integration von Politikfeldern ist entscheidend, um übergreifende Herausforderungen wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust ganzheitlich anzugehen. In der Europäischen Union sind die Wälder zunehmend mit widrigen klimatischen Bedingungen und zahlreichen Stressfaktoren konfrontiert, die ihre Biodiversität beeinträchtigen. Politische Bemühungen zur Bekämpfung dieser Trends fließen hauptsächlich in die Finanzierung der ländlichen Entwicklungspolitik als zentralen Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Im Gegensatz dazu ist die Forstpolitik auf EU-Ebene kaum institutionalisiert. Diese Studie analysiert anhand von 65 EU-Dokumenten zur Forst- und ländlichen Entwicklungspolitik, darunter Rechtsakte, vorbereitende Dokumente, Mitteilungen, zugehörige Arbeitsdokumente und Evaluierungsberichte, die überwiegend in den letzten 25 Jahren entstanden sind, die Entwicklung sektoraler Politikänderungen im Zeitverlauf und deren Auswirkungen auf die sektorübergreifende Integration der EU-Forstpolitik in die ländliche Entwicklungspolitik als Teil der Agrarpolitik auf EU-Ebene. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verabschiedung der EU-Waldstrategie 2030 einen vorläufigen Paradigmenwechsel in der EU-Forstpolitik darstellte. Dieser Wandel ist durch eine grundlegende Neuausrichtung der politischen Ziele gekennzeichnet: von einem Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Aspekten hin zu einem stärker klima- und biodiversitätsorientierten Ansatz, durch Anpassungen der unterstützten politischen Instrumente und die Einführung verschiedener neuer Regulierungsinstrumente. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und ihre Politik zur ländlichen Entwicklung hingegen sind weiterhin durch einen pfadabhängigen, schrittweisen Wandel geprägt, und die jüngsten Reformen spiegeln weder in budgetärer noch in inhaltlicher Hinsicht ambitionierte forstpolitische Ziele wider. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die jüngsten, scheinbar voneinander entkoppelten Entwicklungen in beiden Politikfeldern zu einer Fragmentierung der Forstpolitik auf EU-Ebene geführt haben.

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Quelle/Autor(en)
  • Simon Fleckenstein
Betreff
  • Rechtliche und behördliche Vorschriften
Stakeholders
  • Politische Akteure
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2024