Die Studie untersucht die Vorteile und Herausforderungen der Nutzung nichtheimischer Baumarten (NNT) in europäischen Wäldern. Sie beleuchtet ihre Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel, der Produktivität und den ökologischen Risiken und bietet Leitlinien für die Balance zwischen Innovation in der Forstwirtschaft, Biodiversität und gesetzlichen Beschränkungen.
Nichtheimische Baumarten rufen sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Für manche sind sie einfach nur ungewöhnliche Bäume in Parks. Naturschützer sehen in ihnen eine Bedrohung für einheimische Ökosysteme und fordern ihre Entfernung. Forstwirte hingegen sehen in ihnen eine Möglichkeit, den steigenden Holzbedarf zu decken und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Diese Studie, die auch Ergebnisse des COST-Projekts FP1403 (NNEXT) einbezieht, untersucht die Chancen und Risiken des Einsatzes nichtheimischer Baumarten in europäischen Wäldern unter Berücksichtigung des Klimawandels, ökologischer Auswirkungen und rechtlicher Beschränkungen.
Nur eine kleine Anzahl von NNT in Europa verhält sich invasiv und ist verboten oder wird streng überwacht. Viele weitere werden in der Forstwirtschaft bereits breit eingesetzt, da sie schnell wachsen, wertvolles Holz liefern und mit harten Bedingungen gut zurechtkommen. Ihre Verwendung und Akzeptanz ist jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich, wobei Westeuropa das größte Interesse an ihrer Anpflanzung zeigt. Insgesamt werden weit mehr NNT verwendet, als viele Menschen glauben, aber nur wenige spielen eine bedeutende Rolle, vor allem in Westeuropa. Neue Forststrategien betonen nun, wie wichtig es ist, vielfältige Mischungen anzupflanzen und invasive Arten zu vermeiden. Gleichzeitig hat die langfristige Forschung zur Herkunft der NNT nützliche Erkenntnisse für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel geliefert. Obwohl Gesetze und Zertifizierungssysteme in Europa unterschiedlich sind, könnte die sorgfältige Aufnahme geprüfter NNT in Forstbewirtschaftungspläne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Wäldern zu helfen, mit dem Klimawandel umzugehen und ihn zu reduzieren.