Wege zur Stärkung der europäischen Waldkohlenstoffsenke durch Vorspeicherung
Aktive Waldwiederherstellung kombiniert mit unterstützter Migration (Prestoration), d. h. die Verwendung stets der klimatisch am besten geeigneten europäischen Baumarten und -populationen, hat das langfristige Potenzial, die Kohlenstoffbindung im Vergleich zu Wiederherstellungsbemühungen ohne unterstützte Migration deutlich zu verbessern.
Klimawandelbedingte Belastungen und Störungen bedrohen die Biodiversität und die Ökosystemleistungen europäischer Wälder. Der Klimawandel schreitet heute viel schneller voran, als sich Baumarten an neue Bedingungen anpassen oder in Regionen mit geeignetem Klima abwandern können. Geografische Barrieren und die durch Landnutzung verursachte Fragmentierung von Lebensräumen verlangsamen die natürliche Ausbreitung und Anpassung oder machen sie unwirksam und schränken so die passive Wiederherstellung (Wiederherstellung ohne oder mit geringem menschlichen Eingriff) weiter ein. Laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die jährliche Kohlenstoffspeicherung der europäischen Wälder bis 2061–2080 – je nach Klimawandelszenario – voraussichtlich um etwa 30–40 % zurückgehen, wenn bei der Wiederherstellung nur lokale Baumpopulationen genutzt werden, da einige von ihnen klimatisch nicht mehr angepasst sind. Aktive Waldwiederherstellung in Kombination mit unterstützter Migration (Prä-Wiederherstellung), d. h. die Nutzung stets der klimatisch am besten geeigneten europäischen Baumarten und -populationen, birgt das langfristige Potenzial, die Kohlenstoffbindung im Vergleich zu Wiederherstellungsmaßnahmen ohne unterstützte Migration deutlich zu steigern.