Ein Marteloskop. Bildnachweis: EFI
Dieses Arbeitspapier stellt einen Rahmen für die Integration der CO₂-Bilanzierung in die Entscheidungsfindung im nachhaltigen Forstmanagement mithilfe von Marteloskopen (pädagogischen Feldinstrumenten) vor. Es zeigt, wie die Berücksichtigung von Kohlenstoffspeicherungs- und -substitutionseffekten auf Bestandes- und Einzelbaumebene klimafreundliche Forstmanagemententscheidungen unterstützen kann.
Wälder spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz, indem sie Kohlenstoff speichern und kohlenstoffintensive Materialien und Energiequellen durch Holzprodukte ersetzen. Forstwirten fehlt es jedoch häufig an praktischen Anleitungen zur Bewertung der Klimaauswirkungen ihrer täglichen Entscheidungen. Diese Arbeit liefert eine wissenschaftliche Grundlage für die Berücksichtigung von Klimaeffekten bei forstwirtschaftlichen Entscheidungen. Dabei werden sogenannte Marteloskope – reale Versuchsflächen im Freien – als Instrumente genutzt, um die Zielkonflikte zwischen Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität und wirtschaftlichen Zielen zu veranschaulichen.
Die Autoren entwickelten ein Modell zur Erfassung der Kohlenstoffemissionen im Zusammenhang mit Durchforstungsmaßnahmen an zwei dänischen Standorten mit Marteloskop-Technologie. Dabei verglichen sie die Kohlenstoffdynamik verschiedener Strategien mit einem Referenzszenario ohne Holzeinschlag. Obwohl die Durchforstung die Kohlenstoffspeicher im Wald zunächst reduziert, wird dies in den meisten Szenarien durch die Zunahme des in geernteten Holzprodukten gespeicherten Kohlenstoffs sowie durch die Kohlenstoffgewinne aus der Substitution fossiler Materialien und Brennstoffe kompensiert – und oft sogar überkompensiert. Der Nettoklimaeffekt hängt von den Wachstumsraten des Waldes, dem Substitutionspotenzial der Produkte und der Geschwindigkeit des Abbaus der geernteten Holzprodukte ab.
Wichtig ist, dass in dem Artikel hervorgehoben wird, dass Marteloskope nicht nur Kohlenstoffbilanzen modellieren, sondern auch als Bildungsplattformen dienen, auf denen Forstfachleute, Studenten und Interessengruppen die Abwägung zwischen ökonomischen, Biodiversitäts- und Klimazielen auf Baum- und Bestandesebene üben können.