Totholz im Schwarzwald, Deutschland (Foto: Lucia Seebach)
Wie lässt sich feststellen, ob integrative Forstwirtschaft tatsächlich funktioniert? Wir stellen hier 17 praktische Indikatoren vor, die Biodiversität, Resilienz, Ökosystemleistungen und Klimaanpassung in den Wäldern Europas messen sollen. Diese Indikatoren wurden gemeinsam mit Forstmanagern, politischen Entscheidungsträgern und Forschern in sieben Living Labs entwickelt und setzen eine ganzheitliche Vision in messbare Maßnahmen um. So sollen sie dazu beitragen, die Kluft zwischen politischen Zielen und der praktischen Forstwirtschaft in einer sich rasch verändernden Welt zu überbrücken.
Zur Unterstützung des integrativen Forstmanagements (IFM) in ganz Europa TRANSFORMIT-Projekt hat eine Reihe von entwickelt 17 Schlüsselindikatoren Diese Indikatoren ermöglichen es, Fortschritte zu messen, Ergebnisse zu überwachen und konsistent über Resultate auf lokaler bis europäischer Ebene zu berichten. Sie sind als praktische Instrumente konzipiert und erfassen die Biodiversität, Resilienz, Ökosystemleistungen und Klimaanpassung der Wälder. Gleichzeitig orientieren sie sich an wichtigen politischen Rahmenwerken wie dem EU Green Deal, der EU-Biodiversitätsstrategie und der Neuen EU-Waldstrategie 2030. Jedem Indikator ist ein detailliertes Datenblatt beigefügt, das seine Begründung, Messmethoden, Datenquellen und mögliche Zielkonflikte erläutert und so seine Anwendung in der realen Forstwirtschaft gewährleistet.
Das Indikatorensystem entstand in einem kollaborativen, mehrstufigen Prozess. Ein anfänglicher Pool von rund 80 Kandidatenindikatoren wurde aus internationalen Rahmenwerken, früheren Forschungsprojekten und Zertifizierungssystemen zusammengestellt. In iterativen Workshops mit sieben Experten wurde das System weiterentwickelt. Living Labs Europaweit bewerteten Forstmanager, politische Entscheidungsträger, Forscher, Naturschützer und Vertreter der lokalen Gemeinschaften gemeinsam Machbarkeit, Relevanz und regionale Anwendbarkeit. Dieser gemeinschaftliche Prozess verfeinerte die lange Liste schrittweise zu einem fokussierten und praxisorientierten Set von 17 Indikatoren, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen beruhen.
Zusammen bilden diese Indikatoren das Rückgrat des integrierten Forstmanagements (IFM) und setzen eine ganzheitliche Vision der Forstwirtschaft in messbare Maßnahmen um. Sie tragen dazu bei, politische Ziele mit praktischen Entscheidungen zu verknüpfen und so widerstandsfähige, vielfältige Wälder in einer sich rasch verändernden Welt zu fördern.
- Indikator 1: Gestörtes oder beschädigtes Waldgebiet
- Indikator 2: Erholung in Wäldern
- Indikator 3: Totes Holz
- Indikator 4: Lebensraumbäume
- Indikator 5: Häufigkeit und Verteilung der Baumarten
- Indikator 6: Regeneration
- Indikator 7: Einheimische und nicht-einheimische Baumarten/Herkünfte und welche davon standortangepasst sind
- Indikator 8: Potenzial der Holzproduktion
- Indikator 9: Bewirtschaftungsintensität der für die Holzversorgung verfügbaren Waldfläche
- Indikator 10: Waldkohlenstoff
- Indikator 11: Einnahmen der Forstbetriebe
- Indikator 12: Bildung und Ausbildung
- Indikator 13: Waldstruktur
- Indikator 14: Plan zur Erhaltung wertvoller Bauwerke in Wäldern
- Indikator 15: Plan zur Minderung von Waldrisiken und zur Anpassung an den Klimawandel
- Indikator 16: Forstwirtschaftsplan
- Indikator 17: Geschütztes Waldgebiet
- Gesamtgrafik: Wichtige Indikatoren für integratives Forstmanagement (IFM)