Wird klimaschonende Forstwirtschaft durch die Intensität der Durchforstung und die Baumartenzusammensetzung beeinflusst?

Eine Fallstudie auf Langzeitversuchsflächen in Mitteleuropa

Publikationen

12. Nov 2025
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Abb. 1. Lage der drei in dieser Studie betrachteten Versuchsstandorte: (A) Fabrikschleichach 15 (FAB15), (B) Sachsenried 607 (SAC607) und (C) Zwiesel 111 (ZWI111).

Diese Studie untersucht, wie die Intensität der Durchforstung und die Baumartenzusammensetzung die klimaschonende Forstwirtschaft (KFF) in Langzeitversuchsflächen in Bayern beeinflussen. Anhand eines auf neun strukturellen und funktionellen Indikatoren basierenden KFF-Index werden Buchen-, Fichten- und Mischwälder unter verschiedenen Durchforstungsregimen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Misch- und Laubwälder Fichtenmonokulturen, insbesondere hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit, überlegen sind, während eine intensive Durchforstung die strukturelle Vielfalt und Resilienz verbessert. Die Studie unterstreicht die Bedeutung eines langfristigen Monitorings für ein adaptives Waldmanagement und liefert praktische Erkenntnisse für die Ausrichtung forstwirtschaftlicher Praktiken an Klima- und Nachhaltigkeitszielen.

Die Studie wendet einen zusammengesetzten Index für klimaschonende Forstwirtschaft (ICSF) auf langfristige Versuchsflächen in Buchen-, Fichten- und Mischwäldern Bayerns an. Mithilfe eines hierarchischen Rahmens aus neun strukturellen und funktionalen Indikatoren quantifiziert die Studie, wie Waldtyp und Durchforstungsintensität Anpassung, Minderung und sozioökonomische Auswirkungen beeinflussen. Statistische Modelle wurden eingesetzt, um die zeitliche Dynamik der „Waldintelligenz“ nachzuzeichnen und die Schlüsselvariablen zu identifizieren, die die einzelnen Säulen des ICSF beeinflussen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Misch- und Laubwälder Fichtenmonokulturen etwas besser abschneiden, insbesondere hinsichtlich ihrer Anpassungsfähigkeit. Strenge Durchforstungsmaßnahmen verbessern die Widerstandsfähigkeit des Waldes, indem sie die Strukturvielfalt erhöhen und die Anfälligkeit gegenüber Klimastress verringern. Waldschäden, Holzvorrat und Schlankheitskoeffizient erwiesen sich als die einflussreichsten Indikatoren in allen drei Säulen, während die Rundholzproduktion entscheidend für die sozioökonomische Leistungsfähigkeit war. Die Studie unterstreicht die Bedeutung langfristiger Beobachtungsflächen, um dynamische Waldreaktionen zu erfassen und indikatorenbasierte Instrumente in adaptive, klimagerechte Forstwirtschaftsstrategien zu integrieren.

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Quelle/Autor(en)
  • Diana Alfieri
  • Astor Toraño Caicoya
  • Roberto Tognetti
  • Giovanni Santopuoli
Topic
  • Umsetzung
  • Überwachung und Projektierung
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Länder
  • Deutschland
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2025