Grafische Zusammenfassung
Diese Studie untersucht den Einsatz von luftgestütztem Lidar und Satellitenbildern zur Kartierung von Urwäldern in finnischen Nadelwaldgebieten. Sie zeigt zudem, dass die Erfassungsgenauigkeit mit abnehmender Seltenheit von Urwäldern sinkt, und unterstreicht damit die Notwendigkeit, regionale Unterschiede in deren Vorkommen bei der Kartierungs- und Inventurplanung zu berücksichtigen.
Die im Canadian Journal of Forest Research veröffentlichte Studie „Kartierung von Urwäldern mithilfe von Airborne-Lidar-Daten und Satellitenbildern: Wie beeinflussen Flächengröße und Seltenheit die Genauigkeit?“ unterstreicht, dass Urwälder im borealen Biom zunehmend seltener und fragmentierter werden. Ihre Identifizierung ist daher eine Priorität für effektiven Naturschutz und eine nachhaltige Forstwirtschaft. Ihre genauen Standorte sind jedoch oft unzureichend bekannt, was die Möglichkeiten von Planern und politischen Entscheidungsträgern zum Schutz dieser ökologisch wertvollen Bestände einschränkt. In der Studie untersuchten die Forscher das Potenzial der Kombination von Airborne-Lidar-Daten und Satellitenbildern zur Kartierung von Urwäldern in Finnlands Nadelwaldzone. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Verständnis, wie Flächengröße und Seltenheit der Urwälder die Genauigkeit der Erfassung beeinflussen.
Mithilfe eines Gaußprozess-Klassifikators unterschieden die Forscher Urwälder von bewirtschafteten Beständen anhand eines Felddatensatzes mit 176 Urwald- und 1,082 Bewirtschaftungsflächen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass größere Flächen die Klassifizierungsleistung deutlich verbessern. Bei einer Vergrößerung der Flächen von 20 m × 20 m auf 60 m × 60 m erfasste der Klassifikator die für die natürliche Walddynamik charakteristischen räumlichen Baummuster und Kronenstrukturen effektiver. Der höchste F1-Wert (0.74) wurde durch Datenaugmentierungstechniken erzielt, die zusätzliche Trainingsflächen innerhalb der Waldgrenzen generierten und so die Repräsentation der Urwaldmerkmale verbesserten.
Die Gruppe stellte außerdem fest, dass die Genauigkeit der Erfassung abnimmt, je seltener Urwälder in der Landschaft werden. Dies ist angesichts regionaler Unterschiede im Landnutzungsdruck und der Geschichte des Naturschutzes ein wichtiger Aspekt. Das Verständnis dieses Seltenheitseffekts ist unerlässlich für die Interpretation von Kartierungsergebnissen und die Formulierung realistischer Erwartungen für großflächige Bestandsaufnahmen.
Insgesamt bietet das vorgestellte Kartierungsmodell ein wertvolles Instrument zur Steuerung von Felduntersuchungen und zur Verbesserung des räumlichen Verständnisses der Verteilung von Urwäldern, wodurch letztendlich fundiertere Naturschutzstrategien unterstützt werden.
Der Artikel wurde im Rahmen der FORWARDS-Projekt.