Nationale Expertenbewertungen: Belgien

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Jan 14, 2026
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Atlantischer Buchenwald mit Glockenblumen im Sonienwald (Hoeilaart) (Foto: Kris Vandekerkhove)

Dieser Bericht bietet eine umfassende, historisch fundierte Analyse der Forstwirtschaft und -wiederherstellung in Flandern im Kontext Belgiens. Aufgrund der seit den 1980er Jahren föderalen Forstpolitik konzentriert sich die Analyse auf Flandern, wo die Waldfläche seit Langem gering ist und die Wälder inmitten einer stark urbanisierten Landschaft intensiv genutzt werden. Der Bericht zeichnet die wichtigsten Entwicklungen in drei Hauptzeiträumen nach: vor 1940, 1945–1989 und nach 1990. Dabei werden Veränderungen der Waldfläche, der Bewirtschaftungsziele, technischer Eingriffe und soziopolitischer Faktoren untersucht.

Dieser Bericht bietet eine detaillierte, auf nationalen Expertenmeinungen basierende Bewertung der Forstwirtschaft und -wiederherstellung in Flandern unter Berücksichtigung der Entwicklungen in Belgien insgesamt. Nach Belgiens Umwandlung in einen Bundesstaat und der Übertragung forstbezogener Zuständigkeiten an die Regionen in den 1980er Jahren entwickelten sich die forstpolitischen und -wirtschaftlichen Ansätze in Flandern und Wallonien zunehmend auseinander. Der vorliegende Bericht konzentriert sich daher auf Flandern, wo die Wälder in eine dicht besiedelte, stark urbanisierte und industrialisierte Landschaft eingebettet sind und wo ökologische und soziokulturelle Waldfunktionen zunehmend Vorrang vor der Holzproduktion erhalten haben.

Die Bewertung folgt einer chronologischen Struktur und analysiert die Waldwiederherstellung in drei Hauptzeiträumen: vor 1940, von 1945 bis 1989 und ab den 1990er Jahren. Für jeden Zeitraum untersucht der Bericht Umfang und räumliche Verteilung der Wiederherstellungsmaßnahmen, die Ausgangsbedingungen, technische und waldbauliche Ansätze, sozioökonomische und politische Einflussfaktoren sowie die erzielten Erfolge und Grenzen. Frühe Wiederherstellungsinitiativen konzentrierten sich vorwiegend auf die Aufforstung von Heideflächen, die Urbarmachung von Ödland und die Wiederaufforstung zerstörter Wälder nach dem Krieg, hauptsächlich durch Monokulturplantagen zur industriellen Holzproduktion. Diese Maßnahmen waren geprägt von langjähriger Ressourcenknappheit, intensiver Waldnutzung und sich wandelnden wirtschaftlichen Anforderungen.

Ab dem späten 20. Jahrhundert vollzog sich in Flandern ein grundlegender Wandel in der Forstpolitik und -praxis. Neue Rechtsrahmen, insbesondere das Flämische Forstdekret und das Naturschutzdekret, führten die Prinzipien der Multifunktionalität, des Stillstands und der Vorsorge ein und verankerten den Erhalt der Biodiversität und der ökologischen Integrität in der forstlichen Gesamtbewirtschaftung. Der Bericht dokumentiert den schrittweisen Übergang von gleichaltrigen Plantagen zu gemischteren, strukturell vielfältigeren Wäldern, die von einheimischen Arten dominiert werden, sowie den verstärkten Erhalt von Totholz, Habitatbäumen und überalterten Beständen. Er behandelt außerdem gezielte Wiederherstellungsmaßnahmen wie die Bekämpfung invasiver Arten, die Einrichtung von Waldreservaten und Bemühungen zur Minderung der Waldfragmentierung durch ökologische Infrastruktur.

Gestützt auf regionale Waldinventuren und Langzeitbeobachtungen bewertet die Studie die ökologischen Auswirkungen dieser politischen Kursänderungen, darunter Veränderungen in der Artenzusammensetzung, der Bestandesstruktur, dem Totholzvolumen und dem Holzvorrat. Obwohl bedeutende Fortschritte bei der Stärkung der Natürlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Wälder erzielt wurden, hebt der Bericht abschließend die anhaltenden Herausforderungen im Zusammenhang mit Fragmentierung, Stickstoffeintrag, Landnutzungsdruck und klimabedingten Risiken hervor und unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter integrativer und adaptiver Strategien zur Waldwiederherstellung in Flandern.

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Quelle/Autor(en)
  • Kris Vandekerkhove
  • Luc De Keersmaeker
Betreff
  • Aktive Wiederherstellung
  • Umsetzung
  • Planung & Upscaling
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Zweck
  • Klimaschutz
Biogeografische Region
  • Continental
Länder
  • Belgien
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2025