Policy Brief: Gemeinsame Herausforderungen bei der Umsetzung der Waldwiederherstellung

Erfahrungen aus 12 groß angelegten Demonstrationsgebieten in ganz Europa

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17. Dezember 2025
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Karte der SUPERB-Demobereiche

Dieses Strategiepapier fasst wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus zwölf großangelegten Waldwiederherstellungsprojekten von SUPERB in ganz Europa zusammen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger, Forstmanager und andere Interessengruppen. Es beschreibt die Waldwiederherstellung als langfristigen, adaptiven Prozess, der eine kontinuierliche Finanzierung, die Einbindung aller Beteiligten und flexible Ziele erfordert. Angesichts des Klimawandels und zunehmender Störungen werden gemeinsame Herausforderungen wie Verbissdruck, die Einbindung privater Waldbesitzer und der Mangel an klimaangepasstem Pflanzgut hervorgehoben. Das Strategiepapier liefert umsetzbare Empfehlungen für den Ausbau einer resilienten und zukunftsorientierten Waldwiederherstellung in ganz Europa.

Dieses Strategiepapier vereint wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus den 12 groß angelegten Waldwiederherstellungsprojekten von SUPERB in ganz Europa und bietet eine zeitnahe und praxisnahe Orientierung für politische Entscheidungsträger, Forstmanager und andere wichtige Interessengruppen.

Das Dokument unterstreicht, dass die Wiederherstellung von Wäldern kein einmaliger Akt, sondern ein langfristiger, mehrphasiger Prozess ist. Eine effektive Wiederherstellung umfasst typischerweise die Bewertung der Ausgangsbedingungen und der Ursachen der Degradierung, die Planung und Umsetzung sowie die langfristige Pflege, Überwachung und Evaluierung. Der Erfolg hängt von Flexibilität, anpassungsfähigem Management und der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen ab, darunter Waldbesitzer, lokale Gemeinschaften, politische Entscheidungsträger und Fachleute.

Angesichts des Klimawandels, zunehmender Störungen und sich wandelnder sozioökonomischer Anforderungen betont das Strategiepapier die Notwendigkeit zukunftsorientierter Wiederherstellungsziele. Diese sollten sich nicht nur auf die Biodiversität konzentrieren, sondern auch auf die Ökosystemleistungen der Wälder – wie Kohlenstoffspeicherung, Wasserregulierung und Erholung – sowie auf die ökologischen Prozesse, die diese Leistungen erhalten. Da die Vorteile von Wiederherstellungsmaßnahmen oft erst nach Jahrzehnten sichtbar werden, hebt das Strategiepapier die entscheidende Bedeutung einer nachhaltigen Finanzierung für Monitoring und adaptives Management hervor.

Die Autoren stützten sich auf Erkenntnisse aus zwölf großflächigen Waldrestaurierungsprojekten des SUPERB-Projekts in ganz Europa und identifizierten trotz der Vielfalt an Waldtypen, Eigentumsverhältnissen und Bewirtschaftungstraditionen gemeinsame Herausforderungen. Zu den zentralen Problemen zählen der hohe Verbissdruck durch Huftiere, der Jungbäume schädigt und die Kosten der Wiederaufforstung erhöht, Schwierigkeiten bei der Einbindung privater Waldbesitzer – die rund 60 % der europäischen Wälder bewirtschaften – sowie Engpässe bei forstlichen Vermehrungsmaterialien, wie beispielsweise der Mangel an klimaangepasstem Saatgut und Setzlingen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, enthält das Positionspapier klare und umsetzbare Empfehlungen. Dazu gehören mehr Flexibilität bei den Wiederherstellungszielen und -zeitplänen, die Anpassung der Gesetzgebung zu Jagd und forstlichem Vermehrungsmaterial sowie eine verstärkte Überwachung der Auswirkungen von Verbiss. Weitere Empfehlungen umfassen einen verbesserten Dialog zwischen Forstwirten, Jägern und lokalen Gemeinschaften sowie die Unterstützung von Baumschulen durch langfristige Planung und Investitionen. Die Autoren fordern außerdem Notfallpläne für den Umgang mit Naturkatastrophen und den strategischen Einsatz von Pionier- und klimaangepassten Baumarten zum Aufbau widerstandsfähiger Mischwälder.

Indem die Erkenntnisse aus realen Wiederaufforstungsprojekten in praxisrelevante Handlungsempfehlungen umgesetzt werden, bietet das Strategiepapier einen wertvollen Leitfaden für die Ausweitung der Waldwiederherstellung in ganz Europa. Gerade in Zeiten, in denen widerstandsfähige Wälder wichtiger denn je sind, liefert es konkrete Hilfestellung, um ambitionierte Wiederaufforstungsziele in nachhaltige Ergebnisse zu verwandeln.

Referenz: Filipek, S., Jacobs, S., Nabuurs, GJ., Barnkob Lehrmann, M., Bílek, L., Campana, F., Cotten, L., de Dios, J., de Graaf, M., de Guerry, B., Đodan, M., Galić, Z., Gallego, R., García, R., Gómez Fernández, M., Granberg, Å., Hoch, T., Jactel, H., Janzen, L., Lastra González, D., Lindner, M., Locatelli, T., Marušák, R., Mijatović, L., Nicoll, B., Oleagordia, Í., Olsen, H., Orazio, C., Olrik, DC, Raats, L., Saini, M., Schmidt, C., Svoboda, M., Svensson, J., Tognetti, R., Vacchiano, G., Zorić, M., Zotta, M., Schatzdorfer, E. (2025): Gemeinsame Herausforderungen bei der Umsetzung von Waldwiederherstellungsmaßnahmen: Erfahrungen aus 12 großflächigen Demonstrationsgebieten in ganz Europa. Policy Brief. https://doi.org/10.36333/rs15

 

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Quelle/Autor(en)
  • S. Filipek
  • S. Jacobs
  • GJ Nabuurs
  • M. Barnkob Lehrmann
  • L. Bílek
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Topic
  • Umsetzung
  • Überwachung und Projektierung
  • Soziales & Stakeholder
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Zweck
  • Aufforstung, Wiederaufforstung
  • Klimaschutz
  • Natürliche Prozesse und Erhaltung des Ökosystems
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Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2025