Projizierte Ökosystemdaten – Tschechisch
EFISCEN-Space ist ein Waldressourcenprojektionsmodell, das Einblicke in die zukünftige Entwicklung von Wäldern liefert. Das Modell wird verwendet, um Wiederherstellungsszenarien in verschiedenen Demogebieten zu verfolgen. In diesem Fall bei den Wiederherstellungsmaßnahmen in der tschechischen Demo.
Die Region Vysočina in Tschechien mit ihren 219.000 Hektar Wald ist seit 2017 stark von Borkenkäferbefall betroffen. Die Wiederherstellung konzentriert sich daher auf die Regeneration der Wälder durch die Anlage neuer Mischwälder (mit jeweils mindestens drei Baumarten) und eine erhöhte natürliche Verjüngung von Pionierbaumarten wie Birke, Pappel, Erle und Weide. In einigen Beständen wird die Fichte durch andere Baumarten (Buche, Tanne, Eiche und Ahorn) ersetzt. Die Wiederherstellung in Vysočina (Nordmähren) zielt außerdem auf die Verbesserung der Biodiversität ab. Die Prognosen basieren auf dem EFISCEN-Space-Modell unter einem moderaten Klimawandelszenario (RCP4.5). Die Störungsszenarien (1) intensiver und (2) moderater Ips werden in den kommenden Jahrzehnten zu erheblichen Volumenverlusten und bis 2040–2060 zu einer völlig veränderten Waldressource führen. Obwohl in beiden Szenarien eine Erholungsphase einsetzt, bleiben die Holzvorräte bis 2100 deutlich niedriger (250 bzw. 330 m³/ha) als im Basisszenario (450 m³/ha). Im Basisszenario, das von einem sehr geringen Einfluss des Borkenkäfers ausgeht, steigt der Durchmesser der geernteten Bäume von derzeit überwiegend 40–60 cm auf über 60 cm.
In beiden Ips-Szenarien wird sich die Waldstruktur hin zu kleineren Bäumen und einem höheren Anteil an Laubbäumen verschieben. Während im Szenario (1) mit starkem Ips Volumen und Zuwachs bis 2100 auf etwa 50 % des Ausgangswerts sinken, wird im Szenario (2) mit moderatem Ips der Rückgang der Fichte teilweise durch einen höheren Anteil anderer Nadelbäume wie Douglasie, Eichen (Quercus spp.) und langlebiger Laubbäume kompensiert. Diese drastischen Wiederherstellungsszenarien, die durch großflächige Störungen hervorgerufen werden, führen über mehrere Jahrzehnte zu nicht nachhaltigen Entwicklungen und in den kommenden Jahrzehnten zu großen Mengen an nutzbarem Holz. Dies erscheint nahezu unvermeidbar, obwohl die Geschwindigkeit dieses Prozesses durch Bewirtschaftungsmaßnahmen beeinflusst und abgemildert werden kann. Langfristig wird weniger Holz zur Verfügung stehen und die Artenvielfalt wird sich drastisch verändern. Eine frühzeitige Anpassung und die Bekämpfung von Borkenkäferbefall sind ratsam, um den Wandel zu verlangsamen.