Herkunftsbedingte Unterschiede in den funktionellen Merkmalen europäischer Waldbäume: Metaanalyse deckt Effekte von Taxa und Alter trotz kritischer Forschungslücken auf

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10. Dezember 2025
Herkunftsbedingte Unterschiede in den funktionellen Merkmalen europäischer Waldbäume: Metaanalyse deckt Effekte von Taxon und Alter trotz kritischer Forschungslücken auf (Foto)

Der Klimawandel verändert die europäischen Wälder grundlegend und macht es daher unerlässlich, das Anpassungspotenzial der Baumarten zu verstehen. Innerartliche Variationen in Merkmalen – insbesondere Wachstum, Fortpflanzung, Überleben, Phänologie und Stresstoleranz – sind weit verbreitet, aber uneinheitlich erforscht, wobei Nadelbäume eine größere Variabilität aufweisen als Laubbäume. Es bestehen weiterhin wichtige Wissenslücken, vor allem in Süd- und Südosteuropa, was den Bedarf an Langzeitstudien unterstreicht, um Strategien für Waldschutz, Diversifizierung und Anpassung zu entwickeln.

Der Klimawandel führt zu tiefgreifenden Veränderungen in den europäischen Wäldern, weshalb es unerlässlich ist, das Anpassungspotenzial von Baumarten zu verstehen. Ein Schlüsselaspekt dieses Potenzials ist die intraspezifische Variation funktioneller Merkmale, die beeinflusst, wie Arten auf Umweltveränderungen reagieren. Bisherige Studien untersuchten die Variation zwischen Arten, Regionen, Altersklassen und Merkmalen, jedoch wurden merkmalspezifische Muster und deren Variation zwischen Taxa und Baumalter weniger systematisch quantifiziert.

Diese systematische Literaturübersicht identifizierte vier Hauptansätze zur Untersuchung intraspezifischer Variation: Herkunftseffekte, Wechselwirkungen zwischen Herkunft und Umwelt, klinale Effekte und Transfereffekte. Intraspezifische Variation ist weit verbreitet, mit signifikanten Herkunftseffekten in 73 % der Fälle, Wechselwirkungen zwischen Herkunft und Umwelt in 45 %, klinalen Effekten in 30 % und Transfereffekten in 38 %. Wachstumsmerkmale dominieren die Forschung, aber auch andere Merkmale – wie Reproduktion, Überleben, Phänologie, Pflanzenmorphologie, Plastizität, Trockenheitstoleranz und Frosttoleranz – sind hochrelevant und zeigen häufig signifikante Effekte, obwohl sie bisher wenig erforscht wurden.

Nadelbäume weisen eine höhere intraspezifische Variabilität auf als Laubbäume. Ältere Versuche zeigen stärkere Effekte in Phänologie, Wachstum, Morphologie und Überleben, was darauf hindeutet, dass sich die Umweltselektion mit dem Alter verstärkt. In Süd- und Südosteuropa, wo Arten mit hoher genetischer Diversität besonders gefährdet sind, bestehen weiterhin große Wissenslücken. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Aufrechterhaltung und erneuten Analyse von Langzeitversuchen mit Fokus auf Arten und Umweltbedingungen, die für zukünftige Klimaszenarien relevant sind, um Strategien zur Erhaltung, Diversifizierung und Anpassung der Wälder zu unterstützen.

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Quelle/Autor(en)
  • Albert Ciceu
Betreff
  • Umsetzung
  • Integrative Waldbewirtschaftung
  • Überwachung und Projektierung
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Zweck
  • Klimaschutz
Biogeografische Region
  • Continental
  • Mittelmeer
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2025