Lösung des Zielkonflikts zwischen Produktion und Biodiversitätserhaltung in der integrierten Waldbewirtschaftung: Vergleich der Baumauswahlpraktiken von Förstern und Naturschützern

Publikationen

12. September 2020
für Ihre privaten Foto

PC: EFI

Diese Studie vergleicht, wie Forstwirte und Naturschützer bei der Forstwirtschaft entscheiden, welche Bäume geerntet oder erhalten werden, und zeigt dabei signifikante Unterschiede in den Prioritäten auf: Naturschützer konzentrieren sich auf den ökologischen Wert (insbesondere auf baumbezogene Mikrohabitate), während Forstwirte ökologische Ziele mit dem wirtschaftlichen Holzwert in Einklang bringen.

Integrierte Forstwirtschaft zielt darauf ab, die wirtschaftliche Holzproduktion mit dem Erhalt der Biodiversität in Einklang zu bringen. In geschlossenen Wäldern (die in Mitteleuropa die Norm darstellen) kann die Auswahl der zu erhaltenden Bäume (insbesondere von Habitatbäumen mit Mikrohabitaten wie Baumhöhlen oder Totholz) sowohl die Biodiversität als auch den wirtschaftlichen Ertrag erheblich beeinflussen. Dieser Artikel vergleicht anhand eines Methodenmixes (quantitativ und qualitativ), wie Naturschützer und Förster mithilfe der Forstsoftware „I+“ Baumauswahlverfahren durchführen. Im Fokus steht dabei eine Marteloskop-Fläche in Deutschland.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Naturschützer erhalten fast ausschließlich große Bäume (z. B. Eichen mit hohem Mikrohabitatwert) und nehmen dafür höhere wirtschaftliche Kosten in Kauf.

  • Forstwirte pflanzen mehr, kleinere Bäume (z. B. Hainbuchen) mit geringerem wirtschaftlichem Wert und anderen Zielkonflikten zwischen Lebensraum und Ertrag.

  • Die Unterschiede beruhen auf unterschiedlichen Auffassungen darüber, was ökologischen Wert und Opportunitätskosten ausmacht, sowie auf den zugrunde liegenden Strategien und Begründungen für die jeweiligen Entscheidungen.

  • Qualitative Erkenntnisse offenbaren erhebliche Unterschiede in der Gewichtung ökologischer Strukturen, ökonomischer Ergebnisse und Folgen für den Bestand.

Diese Forschung legt nahe, dass die Förderung gegenseitigen Verständnisses und gemeinsamer Benchmarks zwischen Naturschutzpraktikern und Forstfachleuten unerlässlich ist, um Naturschutz- und Produktionsziele in Einklang zu bringen.

Zugriff auf den gesamten Inhalt
Quelle/Autor(en)
  • Hannes Cosyns
  • Bettina Joa
  • Ronja Mikoleit
  • Frank Krumm
  • Andreas Schuck
  • 2 weitere anzeigen
Topic
  • Umsetzung
  • Überwachung und Projektierung
  • Soziales & Stakeholder
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Zweck
  • Natürliche Prozesse und Erhaltung des Ökosystems
  • Weitere Schutz- und Regulierungsfunktionen
  • Spezifische Lebensräume (Totholz, Mikrohabitate, Lebensraumtypen,...)
  • 3 weitere anzeigen
Biogeografische Region
  • Atlantik
  • Continental
Länder
  • Deutschland