Deutlicher Anstieg von Waldstörungen seit den 1950er Jahren (Artikel in Global Change Biology)

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07. Nov 2025
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Störungstrends der fünf Störfaktoren zwischen 1950 und 2019

Dieser wissenschaftliche Artikel präsentiert eine einzigartige Datenbank mit über 170,000 Datensätzen zu bodengestützten Beobachtungen natürlicher Störungen in europäischen Wäldern von 1950 bis 2019. Die Daten bestätigen einen signifikanten Anstieg der Waldstörungen in 34 europäischen Ländern, die im 70-jährigen Untersuchungszeitraum durchschnittlich 43.8 Millionen m³ gestörtes Holzvolumen pro Jahr verursachten. Wind war mit 46 % des Gesamtschadens der bedeutendste Störungsfaktor, gefolgt von Feuer (24 %) und Borkenkäfern (17 %). Der Anteil der Borkenkäfer am Gesamtschaden hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. 

In den letzten Jahrzehnten haben natürliche Störungen die europäischen Wälder zunehmend unter Druck gesetzt. Veränderungen der Störungsregime können die Funktionsfähigkeit der Wälder und die kontinuierliche Bereitstellung von Ökosystemleistungen für die Gesellschaft, einschließlich ihres Potenzials zur Minderung des Klimawandels, beeinträchtigen. Obwohl Wälder für viele europäische Politikbereiche von zentraler Bedeutung sind, fehlen uns die langfristigen empirischen Daten, die für ein umfassendes Verständnis der Störungsdynamik, deren Modellierung und die Entwicklung adaptiver Managementstrategien erforderlich sind. Dieser wissenschaftliche Artikel präsentiert eine einzigartige Datenbank mit über 170,000 Datensätzen bodengestützter Beobachtungen natürlicher Störungen in europäischen Wäldern von 1950 bis 2019. Die erfassten Daten bestätigen einen signifikanten Anstieg der Waldstörungen in 34 europäischen Ländern, der im 70-jährigen Untersuchungszeitraum durchschnittlich 43.8 Millionen m³ gestörtes Holzvolumen pro Jahr verursachte. Dieser Wert ist aufgrund von Untererfassung, insbesondere von kleinflächigen Störungen, wahrscheinlich eine konservative Schätzung. Wir verwendeten Verfahren des maschinellen Lernens, um das Ausmaß der nicht erfassten Störungen zu ermitteln, das auf 8.6 bis 18.3 Millionen m³/Jahr geschätzt wird. In den letzten 20 Jahren waren Störungen im Durchschnitt für 16 % des jährlichen Holzeinschlags in Europa verantwortlich. Wind war im Untersuchungszeitraum die bedeutendste Störungsursache (46 % des Gesamtschadens), gefolgt von Feuer (24 %) und Borkenkäfern (17 %). Der Anteil des Borkenkäferbefalls am Gesamtschaden hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Waldstörungen können Ökosystemleistungen (z. B. Klimaschutz) erheblich beeinträchtigen, die regionale Waldressourcenversorgung gefährden und somit langfristige Bewirtschaftungsplanungsziele und Holzmärkte stören. Daraus wird geschlossen, dass die Anpassung an veränderte Störungsregime im Mittelpunkt der europäischen Forstwirtschafts- und -politikdebatte stehen muss. Darüber hinaus ist in Europa dringend ein kohärentes und einheitliches Überwachungssystem für natürliche Störungen erforderlich, um die laufenden Veränderungen der Waldstörungsregime besser beobachten und darauf reagieren zu können.

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Quelle/Autor(en)
  • M. Patacca
  • M. Lindner
  • ME Lucas-Borja
  • T. Cordonnier
  • G. Fidej
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Topic
  • Aktive Wiederherstellung
  • Überwachung und Projektierung
  • Passive Waldwiederherstellung
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
  • Politische Akteure
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2023