Titelbild: Waldbaukonzept für Nordrhein-Westfalen
Eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung erfordert ein Umdenken traditioneller Ansätze, insbesondere unter Berücksichtigung klimawandelbedingter Veränderungen der Standortbedingungen (Standortdrift). Das Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen bietet Waldbesitzern und -praktikern in diesem Zusammenhang Orientierung bei der Anlage und Bewirtschaftung widerstandsfähiger, standortangepasster Mischwaldbestände.
Die Waldbaukonzept NRW bietet umfassende Fachinformationen und Empfehlungen für den Aufbau klimaangepasster Mischwaldbestände. Es ist fachlich breit aufgestellt, bietet modular viele Möglichkeiten und dient als Empfehlung für alle Waldbesitzformen.
Kern des Konzepts sind 23 Waldentwicklungstypen, d. h. idealtypische standortspezifische Mischwaldtypen, bestehend aus mehreren standortangepassten Baumarten. Die Waldentwicklungstypen sind spezifischen Standortbedingungen, d. h. lokalen Boden- und Klimaverhältnissen, zugeordnet. Veränderungen dieser Standortbedingungen durch den Klimawandel (z. B. Standortdrift) müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dieser Ansatz soll der bestmöglichen Prävention und Risikostreuung im Klimawandel dienen.
Darüber hinaus enthält das Konzept Managementempfehlungen für alle Waldentwicklungstypen, beispielhafte Planungsschemata, Informationen zu biotischen und abiotischen Risiken für verschiedene Arten sowie relevante rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten. Praktische Tools wie Checklisten und Entscheidungsflussdiagramme unterstützen Waldbesitzer und -bewirtschafter bei der Entscheidungsfindung und Einrichtung.
Die Weiterentwicklung des Waldbaukonzepts NRW erfolgt in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen relevanten Abteilungen der Landesforstverwaltung und in Abstimmung mit den wesentlichen Akteuren der Forstwirtschaft, insbesondere mit Fachvertretern aus dem Privat- und Kommunalwald sowie dem Naturschutz.