Die Studie untersucht, wie Individuen mit Waldökosystemen interagieren, und konzentriert sich dabei auf ihre Wahrnehmungen, die von ihnen mit Wäldern verbundenen Vorteile und ihr Engagement bei der Waldwiederherstellung in bestimmten europäischen Regionen. Eine wirksame Waldwiederherstellung erfordert kontextsensitive Ansätze und die Einbeziehung verschiedener gesellschaftlicher Perspektiven. Dies ist entscheidend für die praktische Umsetzung der neu verabschiedeten EU-Naturschutzverordnung und des Globalen Biodiversitätsrahmens Kunming-Montreal.
Wälder bieten essenzielle ökologische und sozioökonomische Vorteile. Dennoch wird bei Wiederaufforstungsmaßnahmen oft vernachlässigt, wie die Bevölkerung diese Ökosysteme wahrnimmt und mit ihnen interagiert. Das Verständnis der öffentlichen Wahrnehmung ist entscheidend für die Entwicklung effektiver Wiederaufforstungsstrategien, insbesondere in Europa angesichts seiner sozialen und ökologischen Vielfalt. Während frühere Studien die Vorteile von Wäldern und Wiederaufforstungsmaßnahmen dokumentiert haben, ist weniger darüber bekannt, wie Einzelpersonen diese Vorteile wahrnehmen, mit Wäldern interagieren und sich an Wiederaufforstungsmaßnahmen beteiligen. Strukturierte Experteninterviews wurden mit zwanzig Personen aus ausgewählten Regionen in Schweden, Schottland, Deutschland, Serbien/Kroatien und Spanien durchgeführt. Die thematische Analyse ergab zwei vorherrschende Perspektiven auf Wälder: die eine als „alles umfassendes Gut“ und die andere als „einzigartige Orte“. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass frühere Wiederaufforstungsmaßnahmen häufig den Erhalt der Biodiversität und die Minderung von Gefahren priorisierten, während andere Vorteile und Nutzungen des Waldes weniger berücksichtigt wurden. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer inklusiven Wiederaufforstung, die gesellschaftliche Einstellungen widerspiegelt und mit den Werten der Gemeinschaften übereinstimmt.
Wichtigste Erkenntnisse: Es wurden zwei Sichtweisen auf Wälder identifiziert: die eine als „alles umfassend“ und die andere als „einzigartige Orte“. Die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Wiederherstellung von Wäldern variiert je nach Region und nimmt unterschiedliche Formen an.
Key zum Mitnehmen: Eine effektive Wiederherstellung der Wälder erfordert kontextsensitive Ansätze und die Berücksichtigung unterschiedlicher gesellschaftlicher Perspektiven. Einheitslösungen reichen nicht aus – die Wiederherstellungsbemühungen müssen von lokalen Werten, Erfahrungen und Erwartungen geprägt sein.