Wiederherstellungszyklus
Die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen 2021–2030 unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Degradierung der Ökosysteme weltweit zu verhindern, aufzuhalten und umzukehren. Die wirksame Wiederherstellung degradierter Ökosysteme ist von entscheidender Bedeutung für die Erholung der Biodiversität, die Gesundheit und Integrität der Ökosysteme, die Bereitstellung von Ökosystemleistungen, den Klimaschutz sowie die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen. Die Partner der UN-Dekade haben im Rahmen eines Konsultationsprozesses zehn Prinzipien für die Wiederherstellung von Ökosystemen erarbeitet, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln und die Wahrscheinlichkeit einer bestmöglichen Wiederherstellung zu erhöhen.
Um die Anwendung dieser Prinzipien auf Renaturierungsprojekte zu erleichtern, bieten die Leitlinien für die Ökosystemrenaturierung wichtige Empfehlungen für den gesamten Renaturierungsprozess. Diese Empfehlungen sind auf alle gesellschaftlichen Bereiche, Land- und Meeresnutzungen, Ökosysteme und Regionen sowie auf die vielfältigen Ökosystemrenaturierungsmaßnahmen im Rahmen der UN-Dekade anwendbar. Ziel dieses Dokuments ist es, einen Überblick über die Leitlinien zu geben. Diese Leitlinien wurden durch die Zusammenführung zahlreicher bestehender Empfehlungen für bewährte Verfahren in verschiedenen Renaturierungsbereichen – von nachhaltiger Landwirtschaft bis hin zur ökologischen Wiederherstellung – sowie der Empfehlungen der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der UN-Dekade entwickelt.
Die Maßnahmen sind nach den einzelnen Komponenten des Wiederherstellungsprozesses gegliedert. Die Bewertungskomponente umfasst die Ermittlung und Beurteilung des Ausmaßes und der Größenordnung der Degradation unter Berücksichtigung des Standorts und seines Kontextes innerhalb der Land- und Meereslandschaft. Degradation wird definiert als der kumulative Grad, in dem der physische Zustand, die Zusammensetzung, die Struktur und die Funktion eines Ökosystems durch anthropogene Faktoren beeinträchtigt wurden. Planung und Gestaltung konzentrieren sich auf die Festlegung geeigneter Wiederherstellungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der ökologischen, sozioökonomischen und kulturellen Gegebenheiten sowie der finanziellen Rahmenbedingungen. Wiederherstellungsziele werden definiert und spezifische Ziele und Vorgaben für das Wiederherstellungsprojekt auf der Grundlage von Konsultationen mit Interessengruppen, Rechteinhabern und Experten entwickelt. Die Planung berücksichtigt alle Arbeiten vor Ort, die während der Projektdurchführung durchgeführt werden, während das laufende Management den kurz- und langfristigen Bedarf des Standorts nach Abschluss der geplanten Maßnahmen berücksichtigt. Schließlich konzentriert sich die Monitoring- und Evaluierungskomponente auf die Messung des Fortschritts bei der Erreichung der Wiederherstellungsziele und der Projektziele, ermöglicht ein adaptives Management für mögliche Kurskorrekturen und bietet die Möglichkeit, gewonnene Erkenntnisse auszutauschen.