Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur bietet neue Möglichkeiten für widerstandsfähige Wälder und eine nachhaltige Forstwirtschaft.

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Jan 13, 2026
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Ein Vergleich zwischen Referenzgebieten, basierend auf den 1995 vorhandenen Lebensraumflächen [...] (siehe vollständige Abbildungsbeschreibung in der Publikation)

Eine ambitionierte und wissenschaftlich fundierte Umsetzung der EU-Naturwiederherstellungsverordnung könnte laut SUPERB-Forschern der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) dazu beitragen, die Forstwirtschaft nachhaltiger zu gestalten und Konflikte zu reduzieren. Ein minimaler oder restriktiver Ansatz hingegen birgt die Gefahr, Unsicherheit, Kontroversen und Polarisierung in der Forstdebatte zu verlängern.

In einer kürzlich erschienenen Arbeit mit dem Titel „Die EU-Naturwiederherstellungsverordnung bietet neue Möglichkeiten für widerstandsfähige Wälder und eine nachhaltige Forstwirtschaft.“, veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift SchlendernDie SLU-Forscher Johan Svensson und Bengt Gunnar Jonsson (beide SUPERB) sowie Torbjörn Ebenhard analysieren, wie die Verordnung in den schwedischen Wäldern umgesetzt werden könnte. Die EU-Naturwiederherstellungsverordnung schreibt vor, dass bis 2030 mindestens 20 % der Land- und Meeresflächen wiederhergestellt werden müssen und verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre Maßnahmen auf den besten verfügbaren und aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu basieren. Schweden erarbeitet, wie andere EU-Länder auch, derzeit seinen nationalen Wiederherstellungsplan.

Ein zentrales Thema der Studie ist die Definition sogenannter „günstiger Referenzgebiete“. Diese Gebiete stellen die Mindestfläche dar, die erforderlich ist, um die langfristige Lebensfähigkeit von Lebensräumen und Arten zu gewährleisten, die unter die EU-Arten- und Habitatrichtlinie fallen. Die schwedische Regierung hat beschlossen, die Waldreferenzgebiete auf Schätzungen aus dem Jahr 1995 zu stützen, dem Jahr des EU-Beitritts Schwedens. Laut den Forschern widerspricht diese Entscheidung dem aktuellen Stand der Wissenschaft und birgt die Gefahr, bestehende Unklarheiten und Konflikte in der Forstwirtschaft zu verfestigen.

„Die Festlegung von Wiederherstellungszielen auf ein absolutes Minimum wird Schweden nicht dabei helfen, seine Umweltziele oder internationalen Verpflichtungen zu erfüllen“, sagt Johan Svensson. „Es birgt zudem die Gefahr fortgesetzter Konflikte zwischen Waldbesitzern und -bewirtschaftern, einer Schädigung des Rufs Schwedens als Waldnation und Kritik seitens der EU.“

Die Forscher argumentieren, dass die Verordnung vielmehr als Chance gesehen werden sollte, die Forstwirtschaft an zukünftige Herausforderungen anzupassen. Indem Wälder als multifunktionale Landschaften betrachtet werden – anstatt sich einseitig auf Holzproduktion oder Naturschutz zu konzentrieren – kann die Verordnung alternative Forstwirtschaftsmethoden, neue Wertschöpfungsketten und widerstandsfähigere Ökosysteme fördern.

Sie weisen außerdem darauf hin, dass die Verordnung dazu beitragen könnte, messbare Kriterien für eine biodiversitätsfreundliche Forstwirtschaft festzulegen, was derzeit fehlt. Unter Bezugnahme auf historische Erfahrungen betonen die Autoren, dass es bei der Wiederherstellung nicht darum geht, die Vergangenheit nachzubilden, sondern eine nachhaltige und glaubwürdige Zukunft für die Forstwirtschaft zu gestalten.

Referenz: Svensson, J., Jonsson, BG, & Ebenhard, T. (2025). Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur bietet neue Möglichkeiten für widerstandsfähige Wälder und eine nachhaltige Forstwirtschaft.. Schlendern. https://doi.org/10.1007/s13280-025-02309-3

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Quelle/Autor(en)
  • Johan Svensson; Bengt Gunnar Jonsson; Torbjörn Ebenhard
Topic
  • Aktive Wiederherstellung
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  • Planung & Upscaling
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  • Schweden
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2025