Die Auswirkungen von Natura 2000 auf die Waldbewirtschaftung

Eine sozioökologische Analyse im kontinentalen Raum der Europäischen Union

Publikationen

20. Nov 2014
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Ein Buchenwald in Deutschland. Quelle: Fotorina / Adobe Stock

Europäische Buchenwälder bedecken heute nur noch einen Bruchteil ihrer früheren Verbreitungsfläche. Diese Studie, die auf Interviews mit Interessenvertretern und Analysen von Managementplänen in Österreich, Frankreich und Deutschland basiert, zeigt, dass Natura 2000 nur begrenzte Auswirkungen auf die tatsächliche Forstwirtschaft hatte. Managementpläne sind oft vage und setzen Schwellenwerte unterhalb der naturschutzwissenschaftlichen Empfehlungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Einst prägten Buchenwälder weite Teile Kontinentaleuropas, doch heute ist nur noch ein kleiner Teil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets erhalten. Viele dieser Wälder fallen unter das EU-Netzwerk Natura 2000. Diese Studie untersucht anhand von 73 Interviews mit Interessengruppen an neun Fallstudienstandorten in Österreich, Frankreich und Deutschland sowie einer ökologischen Analyse der Natura-2000-Managementpläne, wie Natura 2000 die Bewirtschaftung von Buchenwäldern beeinflusst hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Natura 2000 zwar bei den Interessengruppen bekannt ist, die Managementpläne jedoch oft vage Ziele und ungenau definierte Maßnahmen enthalten. Diese Unklarheit führt zu einer schwachen Orientierung für die Waldbewirtschaftung, und wenn Schwellenwerte festgelegt werden, liegen diese häufig unter den von der Naturschutzforschung empfohlenen Werten. So waren beispielsweise die als ausreichend für einen günstigen Erhaltungszustand angesehenen Totholz-Schwellenwerte deutlich niedriger als jene, die für den Erhalt der typischen Biodiversität von Buchenwäldern erforderlich sind. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Natura 2000 zwar das Bewusstsein für den Schutz von Buchenwäldern geschärft hat, jedoch stärkere und präzisere Maßnahmen erforderlich sind, um dieses Bewusstsein in einen wirksamen Schutz der Biodiversität umzusetzen.

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Quelle/Autor(en)
  • Susanne Winter
  • Lars Borrass
  • Maria Geitzenauer
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