Die Umsetzung von Natura 2000 in Wäldern stellt eine Herausforderung dar. Bildnachweis: Maryna / Adobe Stock
Natura 2000 bildet das Rückgrat der EU-Politik zum Schutz der biologischen Vielfalt. Wälder machen rund 50 % der Schutzgebiete aus. Diese Studie beleuchtet fünf zentrale Herausforderungen bei der Umsetzung in Wäldern – vom Gleichgewicht zwischen Biodiversität und Holznutzung bis hin zu Klimawandel und Finanzierungslücken – und schlägt fünf politische Handlungsoptionen vor. Dabei wird betont, dass für den Erfolg eine Kombination verschiedener Ansätze erforderlich ist.
Natura 2000 ist zentral für den Biodiversitätsschutz in der EU, doch die Umsetzung in Wäldern, die die Hälfte des Schutzgebietsnetzes ausmachen, fand bisher wenig Beachtung. Basierend auf sozial- und naturwissenschaftlichen Daten sowie einem inter- und transdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaftlern und Interessengruppen identifiziert diese Studie fünf zentrale Herausforderungen: die Balance zwischen Biodiversitätsschutz und Holzproduktion, die Integration wissenschaftlicher und lokaler Perspektiven, die Bewältigung des Klimawandels, unzureichende oder ineffektive Finanzierung und Konflikte mit anderen Sektorpolitiken. Um diese Herausforderungen zu meistern, werden fünf politische Lösungsansätze skizziert: Verbesserung von Kommunikation und Transparenz, Stärkung der Rolle der Naturschutzwissenschaft, Einbindung der Bürger in die Politikgestaltung und -umsetzung, Entwicklung solider Finanzierungsstrategien und Hinwendung zu einer integrierten europäischen Landnutzungs- und Naturschutzpolitik. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die kombinierte Anwendung aller Lösungsansätze notwendig ist, um die Umsetzung von Natura 2000 in Wäldern erfolgreich zu gestalten.