Die anhaltende Ausbreitung der invasiven Eichennetzwanze in Europa: Aktuelles Vorkommen und potenzielle Verbreitung unter dem Klimawandel

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26. Juli 2024
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Die anhaltende Verbreitung der invasiven Eichennetzwanze in ganz Europa

Um die klimabedingte Ausbreitung der invasiven nordamerikanischen Schädlingskäferchen (Corythucha arcuata) zu untersuchen, wurde ein europaweiter Datensatz zu ihrer Verbreitung erstellt. Ensemble-Artenverbreitungsmodellierungen prognostizieren eine deutliche Ausweitung des Verbreitungsgebiets, wobei die Eignung für wichtige Eichenarten von 40–50 % auf 90 % steigt. Wirtspflanzenreiche, noch nicht besiedelte Gebiete unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf. Es wird deutlich, wie wichtig proaktive Maßnahmen sind, um die Ausbreitung der Schädlingskäferchen zu kontrollieren und zu stoppen, da diese die Eichenbestände in ganz Europa schädigen könnten.

In den letzten Jahren hat sich die Eichennetzwanze (Corythucha arcuata) zu einer ernsthaften Bedrohung für europäische Eichenwälder entwickelt. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Art hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant in Europa ausgebreitet und damit Besorgnis über ihre potenziellen Auswirkungen auf die wertvollen Eichenbestände des Kontinents geweckt. Um dieser wachsenden Besorgnis zu begegnen, führten wir eine umfassende Studie zur Verbreitung, den Kolonisierungsmustern und der potenziellen ökologischen Nische der Eichennetzwanze in Europa durch. Wir sammelten 1792 eindeutige Fundortkoordinaten aus 21 eurasischen Ländern und nutzten dafür verschiedene Quellen wie Forschungsbeobachtungen, Citizen-Science-Projekte, die GBIF-Datenbank und Berichte aus sozialen Medien. Zur Bestimmung der realisierten Nische und der zukünftigen Verbreitung verwendeten wir ein Ensemble-Artenverbreitungsmodell (SDM). Zwei zukünftige Treibhausgasszenarien (RCP 4.5 und RCP 8.5) wurden über drei Zeiträume (2021–2040, 2061–2080 und 2081–2100) betrachtet, um die potenzielle zukünftige Verbreitung der Art zu prognostizieren und zu bewerten. Unsere Analyse ergab, dass bedeutende Gebiete mit hohem Vorkommen an Wirtspflanzen für dieses invasive Insekt bisher unbesiedelt geblieben sind, selbst innerhalb seiner geeigneten Lebensräume. Darüber hinaus bieten die natürlichen Verbreitungsgebiete der Zerreiche (Quercus cerris L.) und der Ungarischen Eiche (Quercus frainetto L.) optimale Bedingungen für die Eichennetzwanze. Im Gegensatz dazu weisen die Verbreitungsgebiete der Stieleiche und der Traubeneiche derzeit nur eine Eignung von 40 % bzw. 50 % für eine Besiedlung auf. Unsere Prognosemodelle deuten jedoch auf eine signifikante Veränderung der Habitatseignung für die Eichennetzwanze hin, wobei die Eignung für diese beiden Eichenarten um bis zu 90 % steigen könnte. Diese Entwicklung verdeutlicht eine sich wandelnde Landschaft, in der die Eichennetzwanze möglicherweise mehr verfügbare Lebensräume nutzt als ursprünglich angenommen. Sie unterstreicht die dringende Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen, um ihre Ausbreitung zu kontrollieren und zu stoppen, da diese schädliche Auswirkungen auf die Eichenbestände in ganz Europa haben könnte.

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Quelle/Autor(en)
  • Albert Ciceu
  • Debojyoti Chakraborty
  • Silvio Schüler
Betreff
  • Aktive Wiederherstellung
  • Umsetzung
  • Integrative Waldbewirtschaftung
Stakeholders
  • Grundbesitzer & Praktiker
  • Planer & Umsetzer
Zweck
  • Risikominderung und Störungsprävention
Veröffentlichungsdatum der Ressource
  • 2024