Dieses Dokument reflektiert und analysiert die Hindernisse und förderlichen Faktoren für die Wiederaufforstung von Borkenkäferbefallgebieten in NRW. Die Hindernisse werden in politischen, wirtschaftlichen, sozialen, technischen und ökologischen Dimensionen identifiziert. Dabei werden Erkenntnisse aus der Einrichtung von Demonstrationsflächen in Zusammenarbeit mit sieben assoziierten Partnern aus verschiedenen Waldbesitzformen herangezogen.
Der Bericht erhebt zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, hebt aber wichtige Faktoren hervor, die bei der Planung und Ausweitung von Wiederaufforstungsmaßnahmen in Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen zu berücksichtigen sind. Zu den wichtigsten Hindernissen zählen hohe Wiederherstellungskosten, ein Mangel an zertifiziertem Saatgut und unterschiedliche Ansätze der staatlichen Naturschutz- und Forstbehörden zur Wiederaufforstung. Ein entscheidender Faktor ist der laufende Aufbau eines Netzes von Demonstrationsflächen in Nordrhein-Westfalen. Diese dienen Waldbesitzern als praktische Beispiele dafür, wie vorhandenes Wissen und Förderprogramme genutzt werden können, um Katastrophengebiete mit standortangepassten Baumartenmischungen wiederaufzuforsten. Seit 2018 wurden in Nordrhein-Westfalen 133,000 Hektar ehemalige Fichtenbestände durch die kombinierten Auswirkungen von Dürre, Sturm und Borkenkäferbefall zerstört. Dies hatte schwerwiegende Folgen für die Wälder der Region, die Waldbesitzer und die Bevölkerung. Es entstanden erhebliche ökologische und ökonomische Herausforderungen, darunter die Beeinträchtigung wichtiger Ökosystemleistungen. Die dringende Wiederaufforstung dieser Katastrophengebiete ist unerlässlich, um die Ökosystemfunktionen wiederherzustellen, die Bodenerosion zu mindern und die langfristige Widerstandsfähigkeit der Wälder NRWs zu sichern.
Das übergeordnete Ziel der Aufforstungsmaßnahmen in der Demonstrationsregion NRW ist die Wiederherstellung widerstandsfähiger Wälder, die weiterhin wichtige Ökosystemleistungen wie Holz, sauberes Wasser und Erholungsflächen bereitstellen und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels begegnen. Der gewählte Aufforstungsansatz legt Wert auf die Anlage von Mischwäldern, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und zukünftigen biotischen und abiotischen Bedrohungen zu stärken. Dieser Ansatz orientiert sich an den Aufforstungs- und Waldbaukonzepten des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und des Staatlichen Forstdienstes. Die im Rahmen des SUPERB-Projekts eingerichteten Demonstrationsflächen dienen als praktische Vorbilder für Waldbesitzer und -bewirtschafter und werden durch staatliche Förderprogramme unterstützt. Dadurch wird die Grundlage für die Ausweitung der Aufforstungsmaßnahmen in der gesamten Region geschaffen.