Renaturierungsplan der SUPERB-Demostandorte in NRW/Deutschland von F. Dönges aus dem Jahr 2022. Die Pflanzgruppen werden kartiert und visualisiert mit Informationen zu Pflanzmustern und Pflanzenanzahl pro Pflanzgruppe.
Planer, die für die Erstellung eines Wiederaufforstungsplans verantwortlich sind, verlassen sich bei der Umsetzung häufig auf Auftragnehmer oder anderes Personal. Eine effektive Kommunikation ist daher wichtig, um sicherzustellen, dass die Wiederaufforstungsziele, Pflanzmuster und Pflegeanforderungen während der Umsetzung verstanden und beachtet werden. Die Visualisierung von Pflanzgruppen vor Ort und in Kartenmaterial unterstützt diesen Prozess, indem sie den Mitarbeitern vor Ort eine klare Referenz bietet und die Übereinstimmung zwischen Planung und Umsetzung sicherstellt.
Aufforstungspläne werden üblicherweise von Auftragnehmern oder Mitarbeitern vor Ort umgesetzt, nicht von den Planern selbst. Daher muss der Plan denjenigen, die ihn vor Ort durchführen, verständlich gemacht werden. Eine klare Kommunikation des Aufforstungsplans ist daher unerlässlich für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Visualisierung von Pflanzgruppen hilft, die Planung auf das Gelände zu übertragen und sicherzustellen, dass die Pflanzenarten an den Standorten mit den in der Planung berücksichtigten optimalen Bedingungen gepflanzt werden. Dies fördert das Pflanzenwachstum und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Aus sozioökonomischer Sicht trägt eine gute Visualisierung dazu bei, Fehler zu minimieren, die Pflanzeffizienz zu steigern und durch einen höheren Pflanzerfolg Kosten zu senken. Zudem verkürzt sie die Kommunikationszeit des Aufforstungsplans und erleichtert die Überwachung seiner Umsetzung.
Auftragnehmer arbeiten oft mit Personal unterschiedlicher Sprachkenntnisse, das mit dem Standort nicht vertraut ist oder über ausreichende taxonomische Kenntnisse verfügt. Selbst das Außendienstpersonal ist möglicherweise mit den spezifischen Standortbedingungen nicht vertraut oder verfügt nicht über ausreichende Fachkenntnisse in der Artenbestimmung. Dies erhöht das Risiko von Missverständnissen und kann dazu führen, dass Arten an ungeeigneten Standorten oder in falschen Mustern gepflanzt werden, was wiederum das Wachstum und die Überlebensraten verringern kann. Ohne klare Anleitung werden Pflanzgruppen bei der Standortbehandlung möglicherweise nicht richtig identifiziert, was zu versehentlichen Schäden oder falschen Behandlungen führen kann. Die Visualisierung von Pflanzgruppen – sowohl vor Ort als auch auf Karten – kann dazu beitragen, diese Probleme zu vermeiden, indem sichergestellt wird, dass Pflanzbereiche genau identifiziert und bei den Behandlungsmaßnahmen eine artspezifische Pflege angewendet wird.
1. Berechnung der Pflanzfläche: Ermitteln Sie a) die gewünschten standortangepassten Baumarten und b) deren vorgesehenen Flächenanteile auf der Aufforstungsfläche. Anhand des gewählten Pflanzmusters für jede Baumart können dann die entsprechende Pflanzfläche und die benötigte Pflanzenanzahl pro Gruppe berechnet werden.
2. Identifizierung geeigneter Standorte für Pflanzgruppen innerhalb des Wiederaufforstungsgebiets auf Grundlage der örtlichen Standortbedingungen.
3. Pflanzgruppen vor Ort markieren mit farbigen Stäbchen (idealerweise unterschiedliche Farben pro Art). Je nach Ressourcenkapazität und Vorlieben können hier unterschiedliche Ansätze verwendet werden. Entweder a) Markierung der Ecken von Pflanzgruppen oder b) Markierung der Mitte einer Pflanzgruppe.
4. Kartierung der Stickstandorte mittels GPS oder idealerweise GNSS.
5. Visualisierung von Pflanzgruppen mittels GIS-Software: Pflanzgruppen werden innerhalb der Aufforstungsfläche als Polygon- (wenn Ecken erfasst wurden) oder Punkt-Features (wenn der Mittelpunkt erfasst wurde) visualisiert.
6. Nach dem PflanzenEs wird empfohlen, a) die tatsächliche Ausdehnung der Pflanzgruppen zu kartieren, insbesondere wenn zunächst nur die Mitte markiert wurde, und b) die gepflanzten Reihen zu markieren, um die weitere Bearbeitung des Standorts zu erleichtern. Je nach Ressourcenverfügbarkeit und Baumart kann dies durch die Markierung jeder einzelnen Pflanze oder aller X Pflanzen erfolgen. Die Markierung hilft, Pflanzreihen in konkurrierender Vegetation zu finden, die auf der Aufforstungsfläche wachsen werden. Darüber hinaus helfen die Stäbe bei der Überwachung von Setzlingsverlusten und Nachpflanzbedarf.
Die Praxis wird durch lokales Praxiswissen erleichtert.
An fast allen 29 SUPERB-Demostandorten in Nordrhein-Westfalen wurden Pflanzgruppen markiert, um die Kommunikation mit den Auftragnehmern oder dem Personal, das die Aufforstungsplanung umsetzt, zu erleichtern. Dieses Vorgehen ist für viele Förster in der Region eine etablierte Praxis und lässt sich aufgrund seiner Einfachheit und des relativ geringen technischen Aufwands problemlos auch in anderen Kontexten umsetzen.
Einfacher und unkomplizierter Ansatz: Man benötigt lediglich Stäbe wie Bambusstäbe, verschiedenfarbiges Markierungsspray, ein GPS- oder GNSS-Gerät und eine GIS-Software, um die Pflanzgruppen in einer Karte zu digitalisieren.
Verbesserte Effizienz und Kosteneinsparung: Visualisierung hilft, Fehler zu reduzieren, was den Bedarf an späteren Verbesserungen minimiert.
Erleichterte Überwachung und Bewertung der Umsetzung: Die Visualisierung von Pflanzgruppen und -reihen vor Ort erleichtert die Überwachung und Bewertung des Pflanzerfolgs. Dies ermöglicht ein flexibleres Management der Wiederaufforstungsbemühungen und hilft bei der Verfolgung und Berichterstattung des Projektfortschritts.
Schwieriges Gelände: In Gebieten mit steilen Hängen oder dichter, konkurrierender Vegetation kann die effektive Implementierung und Pflege klarer visueller Markierungen für Pflanzgruppen eine Herausforderung sein. Zudem sind Markierungen vor Ort aufgrund der Umgebungsbedingungen möglicherweise nicht gut sichtbar. Hier ist die korrekte Kartierung der Pflanzgruppen wichtig, um sich auf dem Gelände zu orientieren.
Fehlende Satellitenabdeckung: In Gebieten ohne oder mit schwachem GPS- oder GNSS-Signal ist eine Kartierung für Digitalisierungszwecke unmöglich oder sehr ungenau.
Wetter: Witterungseinflüsse verschlechtern mit der Zeit die Sichtbarkeit der Farbmarkierungen vor Ort. Die Farbmarkierung muss daher möglicherweise regelmäßig erneuert werden, um die Visualisierung der Pflanzgruppen aufrechtzuerhalten.
- Pflanzgruppen sollten nach der Pflanzung überprüft und gegebenenfalls neu kartiert werden, um die tatsächliche Ausdehnung der Pflanzgruppen zu digitalisieren.
- Pflanzungen oder Pflanzreihen sollten kurz nach der Pflanzung markiert werden, solange die Pflanzen und Reihen noch sichtbar sind und bevor konkurrierende Vegetation die Bewegung und Lokalisierung der Pflanzungen auf dem Gelände behindert.
- Die Markierung der Pflanzungen kann an das Wuchsverhalten der gepflanzten Baumarten angepasst werden. Langsam wachsende Baumarten, die in der Konkurrenzvegetation weniger sichtbar bleiben, sollten stärker markiert werden als schnell wachsende Arten.
Weitere positive Auswirkungen sind:
- Erleichterte Kommunikation der Sanierungsplanung
- Reduzierte Setzlingsverluste durch Behandlung
- Verbesserte Überwachung des Pflanzerfolgs
Die Visualisierung des Aufforstungsplans ermöglicht eine effiziente Umsetzung und steigert so den Aufforstungserfolg und ermöglicht das Wachstum standortangepasster Mischwaldbestände. Darüber hinaus können durch diese Vorgehensweise die Wiederaufforstungskosten gesenkt werden, da Fehler und Schäden bei Pflanz- und Pflegemaßnahmen minimiert werden und der Zeitaufwand für die Kommunikation des Aufforstungsplans und die Überwachung seiner Umsetzung reduziert wird.
Eine gute Visualisierung vor Ort und durch Karten war eine konsequente Empfehlung der örtlichen Förster, die die SUPERB-Demoflächen in NRW umgesetzt haben.