Kinder lernen TREMs kennen – Andreas Schuck. Bildnachweis: EFI
Dieser Artikel gibt einen Überblick über wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie baumbezogene Mikrohabitate (TreMs) – besondere kleine Strukturen an Bäumen – von verschiedenen taxonomischen Gruppen in europäischen Wäldern genutzt werden, und diskutiert die Auswirkungen auf die Bewertung der Biodiversität und die Forstwirtschaft.
Baumbezogene Mikrohabitate (TreMs) sind spezifische Strukturen an lebenden oder stehenden toten Bäumen (wie Baumhöhlen, abgestorbene Äste, Verletzungen, Fruchtkörper von Pilzen), die wichtige Ressourcen – wie Schutz, Nistplätze und Nahrung – für eine Vielzahl von Arten bieten. Diese Mikrohabitate werden zunehmend als strukturelle Indikatoren für Biodiversität anerkannt, da sie Bedingungen darstellen, die viele Waldorganismen unterstützen.
In dieser Übersichtsarbeit führten die Autoren eine Literatursynthese von 54 Studien durch, um zu ermitteln, welche taxonomischen Gruppen in europäischen Wäldern terrestrische Mikroorganismen nutzen und auf welchen räumlichen Skalen diese Zusammenhänge untersucht wurden. Sie stellten fest, dass sich die meisten Studien auf Vögel, saproxyle Käfer und Fledermäuse konzentrierten, insbesondere auf der Ebene einzelner Parzellen und Bäume, während viele Gruppen (z. B. Amphibien, epiphytische Organismen) und bestimmte Typen terrestrischer Mikroorganismen weiterhin unzureichend erforscht sind.
Höhlen waren die am häufigsten analysierte Form von terrestrischen Spuren und traten häufig in Verbindung mit Fledermäusen und saproxylen Käfern auf. Andere Spurenarten (z. B. Fruchtkörper von Pilzen, Verletzungen) zeigten ebenfalls positive Zusammenhänge mit Käfern und Fledermäusen. Insgesamt verdeutlicht die Übersicht Datenlücken hinsichtlich Taxa und Untersuchungsskalen und empfiehlt, die Forschung zu wenig erforschten Spurenarten und Taxa zu priorisieren sowie Bewertungen auf Bestandes- bis Landschaftsebene durchzuführen, um eine biodiversitätsorientierte Forstwirtschaft besser zu unterstützen.