Warum es wichtig ist, wie die biologische Vielfalt gemessen wird ...
Diese Studie zeigt eine hohe Überschneidung der in der Umweltbewertung verwendeten Biodiversitätsindikatoren im Vergleich zu Naturschutz und Ökologie. Allerdings erfassen diese Indikatoren im Allgemeinen nicht die Ökosystemprozesse, die den Erhalt der Biodiversität bedingen. Die Studie verdeutlicht, dass Biodiversität in Entscheidungsprozessen unterbewertet wird und dass die in der Biodiversitätsbewertung und im Naturschutz verwendeten Indikatoren konsistent sein sollten. Die Überschneidung der Indikatoren stellt eine zu vereinfachte Erfassung der Biodiversität dar, wobei die Indikatoren nicht alle für den Menschen wichtigen Wohlfahrtsaspekte abbilden.
Die Unterbewertung der Biodiversität in Entscheidungsprozessen ist ein kritisches Problem, das zum anhaltenden Rückgang der Biodiversität und zum Verlust von Umweltressourcen beiträgt. In der Umweltökonomie wird dieses Problem durch die Notwendigkeit verschärft, Biodiversitätsmessungen für die Öffentlichkeit verständlich und einfach zu halten, da deren Hintergrundwissen und kognitive Fähigkeiten begrenzt sind. Daher besteht ein deutlicher Bedarf, die in der Biodiversitätsbewertung und Umweltökonomie verwendeten Biodiversitätsmetriken zu verbessern, ohne dabei übermäßig komplexe Messgrößen zu verwenden. Es ist jedoch unklar, inwieweit die derzeit in diesen Bereichen verwendeten Metriken mit denen biodiversitätsorientierterer Disziplinen wie Naturschutz und Ökologie übereinstimmen. Ein schnelles Verfahren zur Bewertung von Evidenz wird angewendet, um die in Umweltbewertungsstudien verwendeten Messgrößen und Attribute in breite Gruppen von Biodiversitätsmetriken zu kategorisieren. Dies wird mit früheren Forschungsergebnissen verglichen, die Biodiversitätsmetriken in Naturschutz und Ökologie kategorisiert haben, um zu ermitteln, inwieweit Umweltbewertungsstudien die für die praktische Messung der Biodiversität wichtigen Werte erfassen. Es zeigt sich eine hohe Übereinstimmung der in der Umweltbewertung verwendeten breiten Biodiversitätsmetriken mit denen in Naturschutz und Ökologie. Die Überschneidungen beschränken sich jedoch größtenteils auf einfache, leicht messbare Habitatmerkmale und Artenvorkommensindikatoren. Diese Indikatoren erfassen in der Regel nicht die Ökosystemprozesse, die den Erhalt der Biodiversität bedingen, und somit möglicherweise auch nicht die für den Menschen wichtigen Ökosystemleistungen oder Wohlfahrtsfaktoren. Wir erörtern die Auswirkungen dieser Diskrepanzen und weisen auf zukünftige Forschungsrichtungen im Bereich der Präferenzanalyse und technologische Fortschritte hin, die eine umfassendere und komplexere Bewertung der Biodiversität ermöglichen könnten.